Prostatitis schmerzen stuhlgang

Schmerzen Unterleib, Eichel – Prostatitis?

Fakten, die jeder Arbeitnehmer kennen sollte

Fakten, die jeder Arbeitnehmer kennen sollte

  • Dabei seit: 14.12.2012
  • Beiträge: 3

Schmerzen Unterleib, Eichel – Prostatitis?

Zunächst zu meiner Person, ich bin männlich und 30 Jahre alt. Meine Beschwerden haben bereits Ende 2011 begonnen, nachdem ich eine neue Partnerin hatte. Jedes Mal nach dem Geschlechtsverkehr verspürte ich ein Brennen und eine Rötung der Eichel. Meine Partnerin war mehrmals bei ihrer Gynäkologin und diese konnte nichts Ungewöhnliches feststellen. Also dachte ich, dass das Problem nicht so gravierend sei, da meine Beschwerden auch nicht sonderlich intensiv waren und auch mit einer pflegenden Creme (zb Bepanthen) sehr gut erträglich waren und keine größeren Beschwerden verursacht haben. Wir haben eine Wochenendbeziehung geführt und unter der Woche, in der kein Intimkontakt vorlag, hatte ich immer das Gefühl, das Problem würde sich bessern.

Erkrankungen der Prostata

Prostatitis

Prostatitis: Entzündung der Prostata.

Krankheitsentstehung

Die akute Prostatitis wird meist durch gramnegative Bakterien verursacht, die über die Harnröhre aufsteigen. Die chronische Prostatitis entsteht oft auf dem Boden einer nicht ausgeheilten akuten Prostatitis.

Symptome und Untersuchungsbefund

Die Beschwerden des Patienten erklären sich aus der räumlichen Nähe der Prostata zu Harnblase und Rektum:

  • Dysurie, Pollakisurie, evtl. Hämaturie und Ausfluss aus der Harnröhre
  • Spannungs- und Druckgefühl in der Dammregion
  • Stuhldrang, Schmerzen beim Stuhlgang
  • Bei der akuten Prostatitis zusätzlich allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber (ggf. mit Schüttelfrost).
  • Bei der rektalen Untersuchung ist die Prostata stark druckschmerzhaft und entzündlich vergrößert.

Diagnostik und Differentialdiagnose

Die Diagnose wird gesichert durch:

  • Rektale Untersuchung (äußerst schmerzhaft)
  • Urinstatus, Urinkultur, Harnröhrenabstrich: In der ersten Portion und nach Prostatamassage (wegen der Gefahr der bakteriellen Streuung nicht bei akuter Prostatitis durchführen) finden sich Leukozyten und Bakterien. Stets werden Kulturen zur Erregeridentifizierung angelegt
  • Blutkultur bei Fieber über 38,5 °C.

Um eine Ausbreitung der Infektion in die höher gelegenen Harnwege zu verhindern, nimmt der Arzt bei Patienten mit akuter Prostatitis möglichst keine transurethralen Untersuchungen vor.

Differentialdiagnostisch abzugrenzen ist die Prostatopathie (Prostatodynie, vegetatives Urogenitalsyndrom). Die Patienten, meist 25 – 40 Jahre alt, berichten über dumpfe, chronische Schmerzen im Prostata- und Dammbereich. Die Schmerzen sind häufig psychosomatisch bedingt (z.B. bei Beziehungs- oder Berufsproblemen). Stets müssen eine Blasenhalsobstruktion mit der Folge eines erhöhten Miktionsdruckes und Infektionen als Ursache ausgeschlossen werden.

Behandlungsstrategie

  • Antibiotikagabe, möglichst nach Antibiogramm.
  • krampflösende Arzneimittel und Analgetika
  • Bei chronischen Prostatitis müssen die Antibiotika über Monate gegeben werden
  • Bei Harnverhalt oder erheblichem Restharn legt der Arzt einen suprapubischen Blasenkatheter
  • Bei der Prostatopathie ist die Antibiotikagabe nicht indiziert » vielmehr eine symptomatische Behandlung der Beschwerden und ggf. eine Psychotherapie erfolgen.
  • Bei akuter Prostatitis Patienten Bettruhe einhalten lassen
  • Lokale Wärme zur Beschwerdelinderung applizieren (nach Arztrücksprache), etwa durch Wärmflasche oder feucht-warme Auflagen
  • Für regelmäßigen, weichen Stuhlgang sorgen (Obstipationsprophylaxe)
  • Unterkühlungen vermeiden. So wird dem Patienten beispielsweise geraten, warme Unterwäsche zu tragen und nach dem Schwimmen sofort die nasse Badekleidung zu wechseln. Körperliche Schonung und sexuelle Karenz sind nicht erforderlich.

Bei konsequenter Behandlung heilt die akute Prostatitis meist aus. Als Komplikationen drohen ein

Prostataabszess (hochakutes, schmerzhaftes Krankheitsbild mit Sepsisgefahr) oder der Übergang in die chronische Prostatitis, die zur Infertilität führen kann.

Prostatahyperplasie

Prostatahyperplasie (benigne Prostatahyperplasie, kurz BPH, Prostataadenom, „Altherrenkrankheit“): Vergrößerung der Prostata. Eine der häufigsten Erkrankungen des fortgeschrittenen Lebensalters: Ungefähr 50% der über 50-jährigen sind betroffen.

Bei der Prostatahyperplasie vergrößern sich v.a. die harnröhrennahen (periurethralen) Drüsen der Prostata, so dass die Harnröhre zunehmend eingeengt wird. Als Ursache des Prozesses werden insbesondere Veränderungen des Östrogen-Testosteron-Haushalts und ein „Wiedererwachen“ embryonaler Eigenschaften des prostatischen Bindegewebes diskutiert.

Symptome und Untersuchungsbefund

Die Symptome entstehen durch die zunehmende Verengung der Harnröhre mit daraus resultierender Harnabflussbehinderung. Man unterscheidet meist drei Krankheitsstadien:

  • Im Stadium I (Reizstadium) ist der Harnstrahl abgeschwächt, und es dauert länger, bis die Miktion beginnt. Der Patient muss häufig auf die Toilette gehen (auch nachts) und die Bauchpresse einsetzen („drücken“), damit sich die Blase vollständig entleert
  • Im Stadium II (Restharnstadium) ist die Harnröhre so stark eingeengt, dass sich Restharn bildet, d.h. dass eine vollständige Entleerung der Blase nicht mehr möglich ist. Der Patient hat fast ständig Harndrang, kann aber immer nur geringe Mengen Urin lassen. Der in der Blase zurückbleibende Harn fördert die Entstehung von Harnwegsinfekten
  • Im Stadium III (Rückstauungsstadium) kommt es zur Überlaufblase mit Harnrückstau bis zu den Nieren und Nierenfunktionsschädigung.
  • Bei der rektalen Untersuchung ist die Prostata vergrößert tastbar.

Ein Harnverhalt kann in jedem Stadium der Erkrankung auftreten. Dann ist eine transurethrale oder suprapubische Harnableitung erforderlich. Bei großem Harnvolumen (>800 ml) ist eine fraktionierte Entleerung der Harnblase notwendig, um eine Entlastungsblutung aus der Blasenschleimhaut zu vermeiden.

Diagnostik und Differentialdiagnose

  • Rektale Untersuchung (Größe, Form und Konsistenz der Prostata?)
  • Urinuntersuchung: Harnwegsinfekt?
  • Sonographie: zur Größenbestimmung der Prostata und Restharnbestimmung
  • Blutuntersuchung: Funktionseinschränkung der Niere? Tumormarker zur Unterscheidung vom Prostatakarzinom (vor der Palpation abnehmen, da sonst falsch positive Befunde)
  • Uroflow: deutliche Harnstrahlabschwächung
  • Urogramm und Urethrozystoskopie: Ausschluss anderer Ursachen der Harnröhrenverengung und Blasentumoren sowie zum exakten Ausmessen der Prostatavergrößerung
  • Prostatapunktion/-biopsie bei Karzinomverdacht.

Behandlungsstrategie

  • pflegerische Maßnahmen
  • geregelte Lebensführung des Patienten
  • pflanzliche Präparate, z.B. Prostagutt®, oder b-Sitosterin, z.B. Harzol®

Stadium II

  • Entfernung der vergrößerten Prostata angezeigt per TUR-P oder Prostataadenomenukleation

Transurethrale Elektroresektion der Prostata, kurz TUR Prostata oder TUR-P offenen Operation ( Prostataadenomenukleation, -adenomektomie)

» (die Kapsel bleibt stehen) und die freie Harnröhrenpassage wird wiederhergestellt

  • Meist wird bei kleineren Adenomen die TUR-P bevorzugt, während bei erheblicher Prostatavergrößerung eine der offenen Operationsmethoden zur Anwendung gelangt.
  • Alternativmethoden wie etwa Laserverfahren befinden sich in Erprobung
  • Gabe von a1-Rezeptorenblockern (z.B. Terazosin, etwa in Flotrin®, Tamsulosin, etwa in Alna®) oder des 5-a-Reduktase-Hemmers Finasterid (Proscar®) möglich, z.B. falls sich der Patient (noch) nicht zu einer Operation entschließen kann oder Kontraindikationen vorliegen
  • Hier sind zum einen die Nebenwirkungen zu beachten (Dauermedikation!), zum anderen ist bis heute umstritten, ob die Präparate eine Operation vermeiden oder nur verschieben, so dass dann viele der Patienten zu einem späteren (ungünstigeren) Zeitpunkt operiert werden müssten.

Stadium III:

  • transurethrale oder suprapubische Blasenkatheterisierung vorgenommen
  • Nach Erholung der Nierenfunktion erfolgt die operative Sanierung
  • allgemeiner Inoperabilität des Patienten ist die künstliche Harnableitung die einzig mögliche Behandlungsmaßnahme

Im Stadium I der Erkrankung sind vor allem die Aufklärung des Patienten und die Beratung bezüglich der Lebensführung wichtig:

  • Nicht zu lange sitzen und keine zu enge Unterwäsche tragen sowie eine Überdehnung der Blase (z.B. durch Trinken großer Flüssigkeitsmengen oder Nicht-auf-die-Toilette-gehen bei Harndrang) vermeiden, da eine Blutüberfüllung (Kongestion) der Prostata die Miktion verschlechtert
  • Kalte oder stark alkoholische Getränke sowie Kälteexposition meiden, da diese ebenfalls das Risiko eines Harnverhalts steigern
  • Lokal Wärme applizieren (erleichtert die Miktion).

Pflege nach Prostataoperation

Während einer TUR-Prostata wird ein transurethraler dreilumiger Blasenspülkatheter ( 20 – 24 Ch), auch Hämaturie- oder Spülkatheter genannt, in die Blase eingebracht, über den die Blase in den ersten 2 – 3 postoperativen Tagen kontinuierlich gespült wird.

Bei einer Prostataadenomenukleation kann die Spülflüssigkeit alternativ über einen suprapubischen Katheter eingebracht und über einen transurethralen Katheter abgelassen werden. Der Spülkatheter wird meist um den 3. postoperativen Tag entfernt (Arztanordnung beachten).Liegen ein suprapubischer und ein transurethraler Katheter, wird der transurethrale Katheter nach Beendigung der Spülung und der suprapubische Katheter zwischen dem 10. und 14. Tag entfernt

Bei unzureichender Spülung kann sich rasch ein großes Blutkoagel bilden und den Spülkatheter verlegen. Dann droht eine Blasentamponade, d.h. Urin, Spüllösung und geronnenes Blut können nicht mehr abfließen, es entstehen die Symptome eines Harnverhalts. Um dies zu vermeiden, bei zunehmender Hämaturie die Spülung beschleunigen. Lässt die Hämaturie darunter nach, kann die Einlaufgeschwindigkeit der Spülung wieder reduziert werden.

  • Der Patient darf bereits abends leichte Kost zu sich nehmen und wird ab dem 1. postoperativen Tag mobilisiert
  • Nach der Entfernung des Dauerkatheters müssen viele Patienten die normale Blasenentleerung erst wieder üben, evtl. ordnet der Arzt Beckenbodengymnastik an
  • Die Pflegenden informieren den Patienten, dass Beschwerden beim Wasserlassen 4 – 6 Wochen andauern können, da die Wunde in der Harnröhre erst abheilen muss.

Ohne Behandlung schreitet die Prostatahyperplasie immer weiter fort, in vielen Fällen allerdings so langsam, dass der Patient auch in hohem Alter keine wesentlichen Beschwerden hat. Ist eine Operation notwendig, ist die Prognose gut. Allerdings kann es nach der Operation zu einer Inkontinenz kommen, die jedoch durch Beckenbodengymnastik meist rasch gebessert wird. Die Potenz bleibt bei 90 % der Operierten erhalten, der Patient wird aber unfruchtbar, da sich das Ejakulat in die Blase ergießt (retrograde Ejakulation).

Prostatakarzinom

Prostatakarzinom: Krebs der Vorsteherdrüse. Seit Jahren kontinuierliche Häufigkeitszunahme (mittlerweile dritthäufigste Krebstodesursache). Betrifft vor allem Männer über 50 Jahre: Schätzungsweise 50% aller über 70-Jährigen haben Prostatakrebs. Ursache unklar.

Symptome und Untersuchungsbefund

Da das Prostatakarzinom zu 80 % in den hinteren Drüsenanteilen fern der Harnblase entsteht, macht es lange Zeit keine Beschwerden. Erst spät klagt der Patient über Symptome ähnlich denen der Prostatahyperplasie. Oft sind die ersten Symptome bereits Zeichen einer Metastasierung in das Skelett, v.a. der unteren Wirbelsäule und des Beckens.

Bei erstmalig auftretenden Kreuzschmerzen, „Ischias“ und „Rheuma“ nach dem 50. Lebensjahr immer auch an ein Prostatakarzinom denken.

Meist kann das Prostatakarzinom bei der rektalen Untersuchung als unregelmäßiger, fast steinharter Knoten getastet werden.

Diagnostik und Differentialdiagnose

Zur Diagnosesicherung dienen:

  • Blutuntersuchung. Die Blutentnahme zeigt eine Anämie als allgemeines Tumorzeichen sowie eine Erhöhung von PSA (prostataspezifisches Antigen) und PSP (prostataspezifische saure Phospatase, prostatic acid phophatase, kurz PAP). Vor der Blutentnahme darf keine rektale Untersuchung erfolgen, da es hierdurch zu falsch positiven Ergebnissen kommen kann
  • Prostatapunktion/-biopsie. Sie sichert durch den Nachweis bösartiger Zellen die Diagnose
  • Weitere Diagnostik ??Prostatahyperplasie.Für die Behandlung maßgeblich ist die Ausbreitung des Karzinoms. Zur Diagnose der Tumorausbreitung dienen:
  • Sonographie, CT, evtl. Kernspintomographie: Metastasen (Lymphknotenmetastasen)?
  • Knochenszintigramm: Skelettmetastasen?
  • Röntgenleeraufnahme des Thorax: Lungenmetastasen?
  • Evtl. Kolonkontrasteinlauf: Einwachsen in die Darmwand?

Behandlungsstrategie

Abb. rechts : Unterschied zwischen Prostataadenomenukleation bei Prostatahyperplasie und radikaler Prostatektomie bei Prostatakarzinom.

radikale Prostatovesikulektomie (radikale Prostatektomie), d.h. eine Entfernung der gesamten Prostata einschließlich ihrer Kapsel, der Samenblasen und des durch die Prostata verlaufenden Harnröhrenabschnittes + der regionären Lymphknoten

Vorraussetzung:

  • das Karzinom auf die Prostata beschränkt
  • und Patient ist in einem guten AZ
  • Zeugungsunfähigkeit des Patienten
  • bei etwa der Hälfte der Patienten darüber hinaus zu einer Impotenz.
  • Inkontinenz ist bei etwa 10 % der Patienten zu rechnen

» bei Inoperabilität des Patienten, eine Strahlenbehandlung in Betracht.

» Entzug der männlichen Geschlechtshormone

  • Entfernung beider Hoden (bilaterale Orchiektomie)
  • Arzneimittel, z.B. durch Antiandrogene (etwa in Androcur®) oder LH-RH-Analoga (Gn-RH-Analoga )
  • Wird die Harnröhre durch das Karzinom sehr eingeengt, kann eine transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P) zur Beschwerdelinderung helfen.

Bei Erfolglosigkeit dieser Behandlung stehen als Mittel der zweiten und dritten Wahl das Arzneimittel Estramustin (Estracyt®, ein Arzneimittel mit zytostatischer und östrogener Wirkung) und Zytostatika zur Verfügung.

  • transurethrale Dauerkatheter zur Anastomosensicherung zwischen Harnröhrenstumpf und Blase bis zu 21 Tagen
  • Rutscht der Katheter versehentlich heraus, verständigen die Pflegenden den Arzt (wegen der großen Verletzungsgefahr darf der Katheter auf keinen Fall selbständig wieder eingeführt werden)
  • Auch Darmrohre, Suppositorien und Klistiere gefährden die Anastomose, weswegen in der ersten postoperativen Woche darauf verzichtet wird
  • Nach der Entfernung des Katheters tritt bei vielen Patienten eine (vorübergehende) Stressinkontinenz auf
  • Die Pflegenden versorgen den Patienten mit geeigneten Inkontinenzhilfsmitteln und achten auf regelmäßige Hautpflege.

Bei Therapie in einem frühen Stadium der Erkrankung beträgt die 10-Jahres-Überlebensrate ca. 70 %.

Da die kostenfreie Vorsorgeuntersuchung für Männer ab 45 Jahre nur von 10% der Berechtigten in Anspruch genommen wird, werden die meisten Prostatakarzinome erst in fortgeschrittenen Stadien diagnostiziert.

Akute Prostatitis

Zusammenfassung

  • Definition:Akute bakterielle Infektion der Prostata
  • Häufigkeit:Die Prävalenz liegt bei ca. 2 Fällen pro 1.000 Männern jährlich.
  • Symptome:Akut einsetzende Schmerzen im Unterleib, hinter Symphyse und Hoden, häufig Ausstrahlung in die äußeren Genitalien
  • Befunde:Häufig ausgeprägte Schmerzen, Fieber und bei Berührung sehr schmerzhafte Prostata
  • Diagnose:Untersuchung des Urins auf Bakterien und Abstrich aus der Harnröhre. CRP häufig erhöht
  • Behandlung:Behandlung mit Antibiotika, Mittel der Wahl sind Chinolone

Allgemeine Informationen

Definition

  • Akute bakterielle Infektion der Prostata

Häufigkeit

  • Seltene Erkrankung
  • Am häufigsten bei Männern zwischen 40 und 60 Jahren 1

Ätiologie und Pathogenese

  • Die meisten Infektionen erfolgen aufsteigend durch Reflux von Urin zur Prostata oder durch Ausbreitung über die Lymphgefäße des Rektums.
  • Ist hauptsächlich auf die häufigsten Bakterien der Harnwege zurückzuführen: E. coli, Pseudomonas. 2
    • Seltenere Verursacher sind Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae.
  • Y73 Prostatitis/Samenblasenentzündung
  • N41 Entzündliche Krankheiten der Prostata
    • N41.0 Akute Prostatitis

Diagnostik

Diagnostische Kriterien

  • Akute Schmerzen im Dammbereich und hinter der Symphyse. Tastbefund einer diffus vergrößerten und stark schmerzhaften Prostata
  • Nachweis von Leukozyten und/oder nitritbildenden Bakterien im Urin

Differenzialdiagnosen

  • Akut einsetzende Schmerzen, die in Damm, Bauch und Rücken ausstrahlen können.
  • Häufig Fieber, Schüttelfrost und reduzierter Allgemeinzustand
  • Mögliche weitere Symptome: Schmerzen beim Stuhlgang, Dysurie, Pollakisurie, möglicherweise Ausfluss, bisweilen verminderter Harnfluss und komplette Verlegung der Harnröhre, möglicherweise Urinretention

Klinische Untersuchung

  • Die Prostata ist diffus vergrößert und stark schmerzempfindlich, bei der Tastuntersuchung daher sehr vorsichtig vorgehen.
    • Zu heftige Tastuntersuchung kann eine Bakteriämie auslösen.
  • Manchmal ist eine komplette Entleerung der Harnblase aufgrund der Verlegung der Harnröhre nicht mehr möglich.

Ergänzende Untersuchungen in der allgemeinmedizinischen Praxis

  • Der CRP-Wert ist in der Regel erhöht.
    • Ggf. BSG-Bestimmung
  • Der PSA-Wert ist häufig erhöht, meist ohne weiteren Krankheitswert.
  • Probe für Kultur auf normalem Transportmedium
  • Zwei- oder Dreigläserprobe nicht erforderlich. Prostatamassage kann zu Bakteriämie führen und ist daher kontraindiziert.
  • Kultur oder PCR aus Harnröhrenabstrich zur Untersuchung auf Chlamydien und möglicherweise Gonorrhö

Diagnostik beim Spezielisten

  • Bilddiagnostik ist normalerweise nicht notwendig
  • ggf. transrektale Sonographie bei Diagnoseunsicherheit oder fehlendem Ansprechen auf die Antibiotikabehandlung. 4

Wann sollte eine Einweisung erfolgen?

  • Einweisung ins Krankenhaus ist indiziert bei stark reduziertem Allgemeinzustand und Gefahr einer Sepsis.

Therapieziel

  • Eliminierung der Infektion

Allgemeines zur Therapie

  • Antibiotika
  • Bei Urinretention möglicherweise suprapubischer Blasenkatheter

Medikamentöse Therapie

  • Patienten mit Urinretention und stark reduziertem Allgemeinzustand oder Gefahr einer Sepsis müssen ins Krankenhaus eingewiesen werden und eine intravenöse Antibiotikatherapie erhalten.
  • Antibiotikawahl
    • Zur kalkulierten Antibiotikatherapie werden Chinolone als erste Wahl empfohlen. Ggf. erfolgt bei massiver Symptomatik eine intravenöse Therapie mit Cephalosporinen. Danach sollte die Therapie dann für ca. zwei bis vier Wochen mit einer oralen Medikation fortgeführt werden. 2
  • Wirkstoff ggf. nach Antibiogramm wechseln.
  • Begleitende Schmerztherapie mit NSAR

Weitere Therapien

  • Bei Urinretention muss die Blase mit einem suprapubischen Blasenkatheter entlastet werden.

Verlauf, Komplikationen und Prognose

  • Der Zustand der Patienten bessert sich nach Beginn der Antibiotikatherapie schnell. Ausreichend lange Antibiose ist notwendig, um den Übergang in eine chronische Prostatitis zu vermeiden.
  • In der akuten Phase Gefahr für Sepsis, aber unter adäquater Therapie ist die Prognose gut.
  • Eine lang anhaltende Prostatitis kann zu rezidivierenden Harnwegsinfekten und Infertilität führen.
  • Es kommt nur selten zum Übergang in eine chronische Prostatitis.

Verlaufskontrolle

  • Der Patient muss die nächsten drei bis vier Tage engmaschig betreut werden.
  • Wenn die Therapie nicht wie erwartet anschlägt, muss per transrektalem Ultraschall (TRUS) überprüft werden, ob sich ein Prostataabszess gebildet hat.
    • Bildgebende Verfahren (TRUS oder CT/MR) ermöglichen eine eindeutige Diagnose.
  • Eine Kontrollmessung des PSA-Werts sollte drei bis sechs Monate nach Symptomfreiheit erfolgen, falls erhöhte Werte festgestellt wurden.

Patienteninformationen

Patienteninformationen in Deximed

Illustrationen

Leitlinien

  • Deutsche Gesellschaft für Urologie: Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen, unkompliziert bakterielle ambulant erworben: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management. AWMF-Leitlinie Nr. 043–044. Stand 2015
  1. Robert Koch-Institut: Selbsthilfe im Gesundheitsbereich. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 36, Prostataerkrankungen. Berlin, 2007. www.rki.de
  2. Grabe, M., et al.: Guidelines on Urological Infections. European Association of Urology (EAU), Stand 2015. uroweb.org
  3. Deutsche Gesellschaft für Urologie; AWMF-Leitlinie, Harnwegsinfektionen bei Erwachsenen, unkompliziert bakteriell ambulant erworben: Epidemiologie, Diagnostik, Therapie und Management Nr. 043–044. Stand 2015. www.awmf.org
  4. Coker TJ, Dierfeldt DM. Acute bacterial prostatitis: Diagnosis and management. Am Fam Physician 2016 Jan 15; 93(2): 114-120. pmid: 26926407 PubMed
  5. Siroky MB, Oates RD, Babayan RK: Handbook of Urology. Diagnosis and therapy. Philadelphia: Lippincott Williams & Wilkins 2004; 223-31.
  6. Wagenlehner FME, Naber KG. Prostatitis: the role of antibiotic treatment. World J Urol 2003; 21: 105-8. PubMed
  • Dirk Nonhoff, Dr. med. Arzt für Allgemeinmedizin, Köln
  • Hans Hedelin, professor och överläkare, FoU-centrum och urologkliniken, Kärnsjukhuset, Skövde
  • Dag Berild, överläkare, medisinsk klinikk, Aker Sykehus

„In der Hektik meines Praxisalltags lohnt sich immer ein schneller Blick in Deximed: ohne Umwege eine zielgenaue und unabhängige Antwort.“ (Dr. med. Hans-Otto Wagner)

weitere Kooperationspartner finden Sie hier.

Die bereitgestellten Inhalte dienen ausschließlich der neutralen Information. Gesinform übernimmt keinerlei Gewährleistung oder Garantie für die Vollständigkeit, Qualität, Richtigkeit oder Aktualität der bereitgestellten Informationen und Inhalte. Die bereitgestellten Informationen und Inhalte stellen keine Bewerbung der beschriebenen oder erwähnten Methoden, Behandlungen oder Arzneimittel dar. Deximed erstellt keine Diagnosen und erteilt ausdrücklich keine Ratschläge oder Empfehlungen hinsichtlich der Therapie konkreter Erkrankungen. Jede Anwendung, Applikation oder Dosierung erfolgt ausdrücklich auf eigene Gefahr des Nutzers.