Prostatakrebs fokale therapie

Fokale Therapie des Prostatakarzinoms

auf den folgenden Seiten möchten wir Ihnen einen Überblick über die sogenannte „Fokale Therapie“, eine gezielte minimal-invasive Behandlungsmöglichkeit für ein organbegrenztes Prostatakarzinom (Prostatakrebs) geben.

Für die Therapie kommt an unserer Klinik das derzeit modernste System, das „Focal One“ der Firma EDAP TMS zum Einsatz. Mittels hochintensiv fokussierten Ultraschallwellen (HIFU) können einzelne Karzinomherde in der Prostata behandelt werden, ohne das gesamte Organ entfernen zu müssen. Nicht alle Patienten und alle Tumorstadien können mit diesem organerhaltenden Vorgehen sinnvoll behandelt werden. Daher sollen die folgenden Informationen nur einen Überblick geben und können eine persönliche und individuelle Beratung nicht ersetzen.

Falls Sie sich für eine fokale Therapie interessieren, so beraten wir Sie gerne und unverbindlich in einer unserer Sprechstunden und entwickeln zusammen mit Ihnen einen individuellen Therapieplan.

Wir stehen Ihnen gerne für weitere Fragen zur Verfügung.

Die punktuelle Behandlung des Prostatakarzinoms

Bei den meisten Patienten mit einem lokalisierten Prostatakarzinom muss die gesamte Prostata behandelt werden, entweder durch vollständige Entfernung des Tumors oder durch Bestrahlung. Das ist notwendig, weil in über 80 % der Fälle viele Tumorherde über die gesamte Prostata verteilt sind. Man spricht dann von einem multifokalen Tumor.

Wenn nicht die gesamte Prostata befallen ist

Mit neuen, verbesserten Diagnostikverfahren können die wenigen fokalen Tumoren früher erkannt und gezielter behandelt werden. So werden heutzutage schon Tumore erkannt, die nur auf einen Herd begrenzt (unifokal) sind, oder nur auf ein Areal, z.B. einen Prostataseitenlappen. Solche sehr früh entdeckte Tumoren, können auch mittels einer so genannten fokalen Therapie behandelt werden.

Allerdings ist die fokale Therapie nur für einige Patienten geeignet, der allgemeine Gesundheitszustand spielt eine Rolle und viele Kriterien müssen sorgfältig abgewogen werden. Neben der Begrenzung des Prostatakrebs auf nur einen oder sehr wenige Herde innerhalb der Prostata, darf der Gleason-Score (er bewertet Ausmaß und Grad der Gewebeveränderung) nicht höher als 3+3 oder 3+4 sein. Auch der PSA-Wert ist ein Kriterium. Nur bei einem Wert unter 15 ng/ml kommt eine fokale Therapie in Frage. Sie kann auch eine Möglichkeit sein, wenn Sie eine Operation nicht wünschen oder für diese aus gesundheitlichen Gründen ungeeignet sind.

Ein- und Ausschlusskriterien / Informationen auf einen Blick

Was ist eine Fokale Therapie?

Bei der fokalen Therapie wird nicht die gesamte Prostata behandelt. Die Behandlung ist auf einen Tumorherd bzw. den betroffenen Seitenlappen der Prostata beschränkt.

Die fokale oder Teilbehandlung der Prostata ist besonders erfolgversprechend wenn es sich um einen kleinen Tumorherd mit niedrigem Gleason-Wert handelt. Je kleiner der Tumorherd und je geringer der Eingriff, desto geringer auch die Gefahr, dass durch die Behandlung Schäden an Nervenbündeln, Schließmuskel oder Darmwand entstehen. Daher treten schwerwiegende oder langfristige Nebenwirkungen bei der fokalen Behandlung sehr selten auf. Das größte Risiko liegt darin, dass möglicherweise Krebsherde unentdeckt bleiben könnten und daher nicht behandelt werden. Durch eine regelmäßige Nachsorge können diese wachsenden Tumore entdeckt, und falls nötig, behandelt werden.

Zur Zeit bietet die Martini Klinik die HIFU Methode (Focal One) als die wohl am etablierteste und auf Wirksamkeit am besten untersuchte Fokale Therapie an. Es gibt jedoch weitere Varianten der fokalen Therapie, wie die Photodynamische Therapie (Tookad) oder die Irreversible Elektroporation (IRE), die auch Nanoknife Methode (TM) genannt wird. Erstere ist in der Martini Klinik bereits bewährt, letztere wird im Rahmen von Studien getestet.

Wann ist welche Methode angezeigt?

Das Prostatakarzinom unterscheidet sich nicht nur hinsichtlich der Aggressivität oder einer Multifokalität, sondern auch durch ein unterschiedliches örtliches Auftreten in der Prostata. Die häufigsten Tumore befinden sich in der peripheren Zone (am äußeren Rand, bild 1). Hier ist die HIFU Methode am geeignetsten. Ca. 10 % der Tumore befinden sich in der anterioren/ventralen Zone (Bild 2), also weiter entfernt vom Enddarm, somit besser zu erreichen über die TOOKAD Methode oder die IRE. So kommt es, dass wir in Zukunft die geeignetste Methode im Falle einer fokalen Behandlung gemeinsam mit Ihnen auswählen, um maximale Effektivität zu erreichen.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie Näheres zu den einzelnen Methoden:

Wir beraten Sie gern in unserer Spezialsprechstunde zur fokalen Therapie.

Fokale HIFU-Therapie bei Prostata-Krebs

Minimal-invasives Behandlungskonzept für das Prostatakarzinom

Für die potentiell heilbaren Stadien von Prostatakrebs steht eine Vielzahl von Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. In Deutschland wird bei Prostatakrebs vor allem die radikale Prostatektomie (vollständige operative Entfernung der Prostata) propagiert. Mittlerweile ist jedoch bekannt, dass nur sehr wenige Männer, die sich einen solchen Eingriff unterzogen haben tatsächlich profitieren. Patienten über 65 Jahre, und das sind die Patienten, die am allerhäufigsten von der Diagnose Prostatakarzinom betroffen sind, profitieren immer seltener von der radikalen Prostatektomie.

Patienten, bei denen ein Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom festgestellt wurde, haben ebenfalls kaum Vorteile von einer radikalen Entfernung der Prostata.

An der Klinik für Prostata-Therapie setzen wir dagegen auf eine schonende und möglichst fokal, also zielgerichtete Krebsbehandlung (fokale Therapie mit HIFU und IRE).

Dieses Behandlungsprinzip, bei der nur ein Teil der Prostata einer Krebsbehandlung unterzogen wird, ist an unserer Klinik schon seit vielen Jahren fester Bestandteil des Therapie-Konzeptes. So wurden in den vergangenen zehn Jahren rund 1000 Patienten einer fokalen, also zielgerichteten Krebsbehandlung unterzogen – so viele, wie an keiner anderen Fachklinik Europas.