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Prostataentzündung (Prostatitis): typische Symptome

Typisch für eine akute bakterielle Prostataentzündung (Prostatitis) sind

  • Brennen beim Wasserlassen,
  • häufiges Wasserlassen mit abgeschwächtem Harnstrahl
  • und Schmerzen in der Blasenregion und im Dammbereich.

Zusätzlich kommt es zu Fieber und Schüttelfrost. Weitere typische Symptome einer akuten Prostatitis sind ein allgemeines Krankheitsgefühl und Rückenschmerzen.

Bei der chronischen bakteriellen Prostataentzündung (Prostatitis) bestehen neben dem schmerzhaften und erschwerten Harnlassen weitere Symptome – wie zum Beispiel:

  • Druckgefühl und/oder Schmerzen in der Schambeinregion und im Unterbauch
  • Druckgefühl und Schmerzen im Dammbereich
  • Missempfindungen beziehungsweise Schmerzen in den Hoden
  • Blut im Sperma
  • schmerzhafter Samenerguss
  • Schmerzen in der Blasenregion nach dem Wasserlassen
  • diffuse Unterleibschmerzen
  • Ziehen und Schmerzen in der Leiste
  • häufiger Harndrang
  • Erektionsstörungen
  • Libidoverlust
  • Schmerzen beim Stuhlgang

Die abakterielle Prostataentzündung – also wenn keine Bakterien für die Entzündung verantworlich sind – verursacht im Wesentlichen ähnliche Symptome wie eine chronische bakterielle Prostatitis. Die asymptomatische Prostatitis verläuft ohne Symptome. Diese seltene Form der Prostataentzündung wird daher meist zufällig entdeckt.

Prostatitis

1 Definition

2 Ätiopathogenese

Die Prostata ist relativ häufig von Entzündungen betroffen. Ursache hierfür sind die starke Durchblutung, die zahlreich vorhandenen Drüsen und das regelmäßige Anschwellen durch Urinieren, Stuhlgang und Geschlechtsverkehr. Die direkte Verbindung mit den Samen- und den Harnwegen – insbesondere der nach außen offenen Harnröhre – fördert ebenfalls das Entstehen von Entzündungen.

Die akute Prostatitis wird meistens aszendierend durch gramnegative Bakterien verursacht – besonders häufig durch Escherichia coli. Die chronische Prostatitis entsteht in der Regel auf der Basis einer nicht ausgeheilten akuten Prostatitis.

2.1 Häufigkeit und Vorkommen

Etwa 10% der männlichen Bevölkerung erkranken mindestens einmal im Leben an einer Prostatitis.

3 Einteilung

Die Prostatitis kann gemäß dem Vorschlag des National Institutes of Health (NIH) in folgende Formen eingeteilt werden:

  • NIH I: akute Prostatitis
  • NIH II: chronische bakterielle Prostatitis
  • NIH III: chronische „abakterielle“ Prostatitis (CPPS)
    • NIH IIIA: mit Entzündungszeichen
    • NIH IIIB: ohne Entzündungszeichen
  • NIH IV: asymptomatische entzündliche Prostatitis

4 Symptome

Häufige Symptome bei einer Prostatitis sind:

Bei akuter Prostatitis kommen häufig ein allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber (evtl. mit Schüttelfrost) hinzu. Auch kann ein akuter Harnverhalt auftreten.

5 Diagnostik

Die Diagnostik im Rahmen eines Verdachts auf Prostatitis umfasst:

  • Digital rektale Untersuchung: Vergrößerte und für den Patienten stark druckschmerzhafte Prostata
  • Mikrobiologische Diagnostik: Harnröhrenabstrich
  • Entzündungs- und Erregerlokalisation mittels Viergläserprobe (Ersturin, Mittelstrahlurin, Prostataexprimat und Urin nach Prostatamassage)
  • Ejakulatanalyse zur Entzündungsbestimmung
  • Sonographie
  • Uroflowmetrie mit Restharnmessung zur Bestimmung funktioneller oder anatomischer Harnabflussstörungen
  • neurologische Untersuchung

6 Differentialdiagnose

Differentialdiagnostisch abzuklären ist eine Prostatophatie (Prostatodynie). Prostatopathie bzw. abakterielle Prostatitis bezeichnet ein Schmerzsyndrom des Beckens. Die Patienten klagen hierbei über chronische, dumpfe Schmerzen im Dammbereich. Symptomatische Unterschiede zur bakteriellen Form bestehen nicht. Ursachen können Autoimmunerkrankungen, neurogene Entzündungen oder ein myofasziales Schmerzsyndrom sein. Das myofaszinale Schmerzsyndrom wird wiederum in zwei Kategorien unterschieden.

  • Fehlsteuerung des lokalen Nervensystems aufgrund zurückliegender traumatischer Ereignisse
  • Psychogene chronische Verspannung der Muskulatur des Beckenbodens

Infektionen oder eine Verlegung am Übergang zwischen Blase und Harnröhre müssen jedoch stets ausgeschlossen werden.

7 Therapie

Die akute Prostatitis wird mit Antibiotika behandelt. Außerdem erhält der Patient krampflösende und schmerzstillende Mittel.

Bei an chronischer abakterieller Prostatitis erkrankten Patienten, haben sich Antibiotikatherapien nur selten als hilfreich erwiesen. Eine auf lange Sicht wirksame Therapie ist nicht nachgewiesen. Für folgende Mittel konnte jedoch begrenzte Wirksamkeit gezeigt werden:

Prostatitis

Etwa 10 – 15 % aller Männer erkranken einmal in ihrem Leben an einer Prostatitis (Prostataentzündung), am häufigsten zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr.

Blut im Urin oder im Ejakulat, Harndrang, schmerzhafte Schwierigkeiten beim Harnlassen bis zur Harnsperre oder ständige Schmerzen im Unterbauch: je nach Art der Erkrankung können die Symptome äußerst vielfältig sein. Eine akute Prostatitis kann bakteriell bedingt sein oder durch eine nicht bakterielle Infektion mit Chlamydien oder Pilzen entstehen. Eine nicht völlig ausgeheilte akute Prostatitis kann sich zu einer chronischen Form entwickeln. Die Diagnose umfasst eine Prostatauntersuchung, verschiedene Blutuntersuchungen (z.B. PSA-Wert), sowie eine Harnuntersuchung.

Häufigkeit der Prostatitis

Etwa 10 % aller Männer erkranken einmal in ihrem Leben an einer Prostataentzündung. In Österreich liegt die Erkrankungsrate bei 3 %, am häufigsten betrifft die Infektion Männer zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr. In zirka 10 % der Erkrankungsfälle wird die Infektion von Bakterien verursacht, bei 90 % der Betroffenen können jedoch keine Bakterien nachgewiesen werden, daher werden unterschiedliche Ursachen diskutiert. Begünstigt werden Prostataentzündungen durch Erkrankungen der ableitenden Harnwege (z.B. Harnröhrenenge mit Restharnbildung, Prostatavergrößerung mit Restharnbildung).

Was ist eine Prostatitis?

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein kastaniengroßes Organ, das unterhalb der männlichen Harnblase liegt, den hintersten Anteil der Harnröhre umkleidet und die Einmündung der Samenleiter umfasst. Die hintere Wand liegt dem Enddarm an, dadurch ist es dem Arzt möglich, die Prostata bei einer Rektaluntersuchung zu ertasten. Die Funktion der Prostata besteht darin, ein Sekret zu produzieren, das die Samenzellen transportiert und beim Samenerguss ausgestoßen wird. Das Sekret der Prostata macht beim Menschen zirka 30 % der Samenergussmenge aus.

Je nach Ursache der Erkrankung unterscheidet man verschiedene Formen:

  • Akute bakterielle Prostatitis: Diese Entzündung tritt spontan auf und wird von Bakterien, sehr häufig E. coli oder Proteus verursacht. Typisch sind Schmerzen im unteren Harntrakt und im Bereich der Prostata, verbunden mit Beschwerden beim Harnlassen, Harndrang und verminderter Harnstrahl bis hin zur kompletten Harnsperre.
  • Chronische bakterielle Prostatitis: Diese Erkrankung wird durch eine chronische bakterielle Infektion der Prostata hervorgerufen. Meist ist sie die Folge eines nicht ausgeheilten Harnwegsinfektes.
  • Chronische Prostatitis/Chronisches Beckenschmerzsyndrom: Hier unterscheidet man zwischen entzündlicher und nicht entzündlicher Erkrankung. Typischerweise treten chronische Schmerzen im Bereich des Beckens auf und Beschwerden beim Harnlassen. Erreger können bei dieser Form nicht nachgewiesen werden, man unterscheidet aber zwischen entzündlicher und nicht entzündlicher chronischer Prostatitis, wobei bei der nicht entzündlichen Form auch von einem chronischen Beckenschmerzsyndrom (chronic pelvic pain syndrome) gesprochen wird.
  • Asymptomatische Prostatitis: Eine Entzündung der Prostata ist zwar nachweisbar, der Betroffene hat jedoch keine Beschwerden. Dies kann z.B. ein Befund im Rahmen einer Prostataoperation sein.

Ursachen und Erreger der Prostatitis

Die Ursachen für Prostatitis sind vielfältig:

  • Bakterielle Infektion: Sie wird am häufigsten durch gram-negative Bakterien wie z.B. bei einem Harnwegsinfekt verursacht. Im Harn und im Blut sind bei bakterieller Prostatitis in erster Linie Enterobakterien wie E. coli oder Proteusformen nachweisbar.
  • Nicht bakterielle Infektion: Hier sind Infektionen mit Chlamydien, Mykoplasmen, Ureaplasmen oder Pilzen bzw. eine nicht ausgeheilte Prostatitis oder Manipulation an den Harnwegen mögliche Ursachen. Weiters kann eine schon bestehende Prostatitis durch Muskelverspannungen im Beckenboden, aufgrund psychosomatischer Beschwerden oder durch autoimmunologisch bedingte Abwehrreaktionen des Körpers weiter verschlechtert werden.

Symptome und Verlauf der Prostatitis

Je nach Form treten unterschiedliche Symptome bei der Prostataentzündung auf:

Akute bakterielle Prostatits

Eine akute bakterielle Prostatitis ist eine schwere Entzündung, sie tritt spontan auf und der Betroffene hat ein starkes Krankheitsgefühl.

Beschwerden: Als erstes Erkrankungszeichen treten Fieber, Schüttelfrost und heftige Schmerzen im Unterbauch, am Damm oder an der Penisspitze auf. Das Harnlassen ist schmerzhaft und der Harn häufig trüb. Harndrang und ein nur dünner Harnstrahl oder auch Blut im Urin können Begleiterscheinungen einer Prostatitis sein. Mitunter können im Zuge einer Prostataentzündung Schmerzen beim Samenerguss bzw. Erektionsprobleme auftreten. Der PSA-Wert (prostataspezifisches Antigen) im Blut kann erhöht sein. Bei der Untersuchung ist die Prostata meist äußerst druckempfindlich.

Chronische bakterielle Prostatitis

Häufig nach nicht vollständig ausgeheilter akuter Prostatitis sind die Symptome meist milder als bei der akuten Form.

Chronische nicht-bakterielle Prostatitis

Die chronische nicht-bakterielle Prostatitis bzw. das chronisches Beckenschmerzsyndrom ist die häufigste Art der Prostatitis.

Beschwerden: Sie zeigt ähnliche Symptome wie die bakterielle chronische Prostatitis, es können jedoch keine Bakterien nachgewiesen werden. Man unterscheidet hier nochmals 2 Formen – mit und ohne Entzündungszeichen. Bei der entzündlichen Form ist die Leukozytenkonzentration im Ejakulat erhöht und auch allgemeine Entzündungswerte können erhöht sein. Die Diagnostik der Ursache ist hier schwierig, zusätzlich zeigen sich oft

  • Darmprobleme
  • Muskelverspannungen im Beckenboden
  • Fehlsteuerungen im Immunsystem
  • Immundysfunktionen
  • Psychische Komponenten (Stress, Ängste, etc.) vor allem bei jungen Männern.

Asymptomatische Prostatitis

Asymptomatisch heißt, dass die Erkrankung vorliegt, jedoch keine Beschwerden macht. Eine asymptomatische Prostatitis wird häufig erst durch den Pathologen bei der Gewebeuntersuchung nach Prostataoperation oder Biopsie diagnostiziert.

Diagnostik der Prostatitis

Eine Basisdiagnostik zielt darauf ab, die verschiedenen Arten von Prostatitis voneinander abzugrenzen, das passiert mithilfe folgender Möglichkeiten:

  • Anamnese: der Arzt erfasst die klinischen Symptome
  • Körperliche Untersuchung: dazu zählt auch die Ertastung der Prostata durch den Urologen, dies wird aufgrund starker Schmerzen in der Akutphase jedoch nicht durchgeführt
  • Infektionsdiagnostik: primär Durchführung eines Harnbefundes mit Anlage einer Harnkultur zum Nachweis von Bakterien
  • Chronische Prostatitis: bei chronischer Prostatitis werden Kulturen aus dem Harn und dem Ejakulat angelegt zur Unterscheidung ob eine chronisch bakterielle oder abakterielle Entzündung vorliegt (4-Gläser-Probe)
  • Leukozyten-Bestimmung: zur weiteren Differenzierung der chronischen abakteriellen Prostatits können die Leukozyten aus dem Ejakulat bestimmt werden
  • Sonographie: sie kann durchgeführt werden, um festzustellen ob ein Prostataabszess vorliegt und ob die Blase beim Wasserlassen gut entleert wird
  • Blutuntersuchung: Blutproben werden genommen, auf Entzündungszeichen (Leukozyten, CRP) hin untersucht
  • PSA-Bestimmung: der PSA-Wert wird ermittelt