Persönliche schutzausrüstung prüfen

Praxishilfe

Persцnliche Schutzausrьstung

Anforderungen, Prьfungen, Einsatzbereiche

1 Bewertung der vorgesehenen Schutzausrьstung

Vor dem Einsatz persцnlicher Schutzausrьstung muss der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin prьfen, ob Gefдhrdungen durch technische oder organisatorische MaЯnahmen vermieden werden kцnnen und der Schutz auf eine andere Weise sichergestellt werden kann.

Ist dies aufgrund des Arbeitsverfahrens der eingesetzten Maschinen etc. nicht mцglich oder bleibt eine restliche Gefдhrdung, muss die entsprechende – auf den Arbeitsplatz abgestimmte – Persцnliche Schutzausrьstung ausgewдhlt werden.

Bei Fragen zur Auswahl und Eignung von persцnlicher Schutzausrьstung ist die Fachkraft fьr Arbeitssicherheit und/oder der Betriebsarzt bzw. die Betriebsдrztin hinzuzuziehen. Sie beraten ьber die geeigneten MaЯnahmen und Ausrьstungsgegenstдnde.

Die Festlegung der persцnlichen Schutzausrьstung hat in enger Zusammenarbeit zwischen dem Kundenunternehmen und dem Zeitarbeitsunternehmen zu erfolgen und sollte deren Fachkrдfte fьr Arbeitssicherheit und Betriebsдrzte/Betriebsдrztinnen mit einbeziehen.

2 Anforderungen an die Persцnliche Schutzausrьstung

Es stehen fьr die unterschiedlichsten Einsдtze Persцnliche Schutzausrьstungen zur Auswahl. Die persцnliche Schutzausrьstung muss fьr die zu erwartenden Einwirkungen ausgelegt sein. Durch eine falsche Auswahl der Form und des Materials kann ein Risiko fьr die benutzende Person entstehen. Die Persцnliche Schutzausrьstung muss deshalb folgende Anforderungen erfьllen:

Fachseminar für das wiederkehrende Prüfen von persönlicher Schutzausrüstung

Ihr Nutzen

Die Persönliche Schutzausrüstung (PSA) gegen Absturz dient dazu, eine Person an einem Anschlagpunkt so zu befestigen, dass ein Absturz entweder verhindert oder die abstürzende Person sicher aufgefangen wird. Verwendet werden dafür Auffanggurte, Höhensicherungsgeräte, Falldämpfer, Seilkürzer und Verbindungsmittel. Die einzelnen Bestandteile müssen sich in einem einwandfreien Zustand befinden, um bei einem Unfall ihre lebensrettende Funktion erfüllen zu können. Daher muss PSA gegen Absturz vor jeder Verwendung durch Sichtprüfung auf ihren ordnungsgemäßen Zustand und auf einwandfreies Funktionieren überprüft werden.

Zusätzlich muss der/die Arbeitgeber/in dafür sorgen, dass die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz nach Bedarf, mindestens aber einmal jährlich durch eine fachkundige Person überprüft wird. Bei diesem Fachseminar erwerben Sie sich jene Qualifikation, die Sie in die Lage versetzt, die wiederkehrende Überprüfung von PSA gegen Absturz auf Basis der geltenden Gesetzeslage durchführen zu können. Sie lernen, worauf es bei der Überprüfung der einzelnen Teile der Schutzausrüstung ankommt, wann diese nicht mehr verwendet werden darf und wie die Überprüfung zu dokumentieren ist.

Teilnehmer/innen

Alle Personen, die für die Überprüfung von PSA gegen Absturz verantwortlich sind, zum Beispiel jene Arbeitnehmer/innen, die in Betrieben für die innere Verwaltung und für die Ausgabe von Ausrüstungsgegenständen zuständig sind.

Newsletter abonnieren

Melden Sie sich an und seien Sie immer am Laufenden

Vielen Dank fГјr die Anmeldung zu unserem Newsletter!

Persönliche Schutzausrüstungen

Informationen zur PSA-Richtlinie 89/686/EWG

Bild: jörn buchheim – Fotolia.com

Für das Herstellen und Inverkehrbringen von persönlichen Schutzausrüstungen (PSA) trifft die europäische PSA-Richtlinie 89/686/EWG klare Vorgaben.

In den Geltungsbereich dieser EG-Richtlinie fällt „jede Vorrichtung oder jedes Mittel, das dazu bestimmt ist, von einer Person getragen oder gehalten zu werden, und das diese gegen ein oder mehrere Risiken schützen soll, die ihre Gesundheit sowie ihre Sicherheit gefährden“ (Auszug aus Artikel 1 Absatz 2 89/686/EWG). Ebenfalls mit berücksichtigt werden austauschbare Bestandteile einer PSA, die für eine einwandfreie Funktion unerlässlich sind.

Persönliche Schutzausrüstungen dürfen im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie die Anforderungen der PSA-Richtlinie erfüllen.

Konformitätsbewertung

Bei den komplexen persönlichen Schutzausrüstungen (Kategorie III) sind eine Baumusterprüfung und eine Produktionsüberwachung durch eine benannte Stelle durchzuführen. In diesem Fall sind die Inhalte der Zertifizierungsverfahren zur Erlangung der CE-Kennzeichnung bzw. des GS-Zeichens vergleichbar. Daher wird das GS-Zeichen in diesem Bereich nicht verwendet.

Die weniger anspruchsvollen persönlichen Schutzausrüstungen (Kategorie I u. II), die entweder ohne das Zertifikat einer benannten Stelle vom Hersteller mit der CE-Kennzeichnung versehen werden (Kategorie I) oder ausschließlich einer Baumusterprüfung unterzogen werden (Kategorie II), können jedoch nach entsprechender Prüfung das GS-Zeichen erhalten.

Umsetzung der Richtlinie in deutsches Recht

Die Richtlinie für persönliche Schutzausrüstungen ist seit dem 1. Juli 1992 in Kraft. Sie ist durch die 8. Verordnung zum Produktsicherheitsgesetz in nationales Recht umgesetzt worden. Seit dem 1. Juli 1995 können PSA im Bereich der EU nur in Verkehr gebracht werden, wenn sie den Bestimmungen dieser Richtlinie entsprechen.

Neue PSA-Verordnung

Die PSA-Richtlinie wird abgelöst durch die neue Verordnung (EU) 2016/425 über Persönliche Schutzausrüstungen, die seit dem 20. April 2016 in Kraft ist. Verpflichtend ist diese ab dem 21. April 2018 anzuwenden.