Persönliche schutzausrüstung baustelle

Persönliche Schutzausrüstung

Persönliche Schutzausrüstung

Rechtliche Grundlagen

Der Arbeitgeber hat – wenn es notwendig ist – den Arbeitnehmenden zumutbare PSA kostenlos zur Verfügung zu stellen. Er muss dafür sorgen, dass die PSA jederzeit bestimmungsgemäss verwendet werden.

Der Arbeitnehmer ist seinerseits verpflichtet, die ihm zur Verfügung gestellten PSA zu benützen und ihre Wirksamkeit nicht zu beeinträchtigen.

PSA-Kategorien

Kategorie I
Kategorie II
Kategorie III

PSA, die gegen tödliche Gefahren oder ernste bzw. irreversible Gesundheitsschäden schützen und bei denen der Benutzer die unmittelbare Wirkung der Gefahr nicht rechtzeitig erkennen kann. Beispiele sind: PSA zum Schutz vor chemischen und biologischen Einflüssen, Stürzen aus der Höhe, Kälte (–50°C oder kälter), Stromschlag sowie Atemschutzgeräte, Tauchgeräte und PSA für den Brandschutz.

PSA der Kategorien II und III müssen einer EG-Baumusterprüfung durch eine zugelassene Prüfstelle unterzogen werden.

Überblick über verschiedene PSA

Persönliche Schutzausrüstung (PSA): Das müssen Sie beachten!

Als Arbeitgeber sind Sie gesetzlich verpflichtet, den Arbeitnehmenden die erforderlichen PSA zur Verfügung zu stellen und dafür zu sorgen, dass sie getragen werden. Die Arbeitnehmenden haben die PSA zu benutzen, wo es notwendig ist.

Für Kaderleute bedeutet dies, dass sie die PSA selber konsequent tragen müssen – getreu dem Grundsatz: Der Chef geht mit gutem Beispiel voran. Sie haben die Aufgabe, die Arbeitnehmenden zu unterstützen und zu motivieren, aber auch zu überwachen.

Die rechtlichen Bestimmungen sind klar: Durch das Tragen und Benutzen von PSA ist zu verhindern, dass Arbeitnehmende verletzt oder in ihrer Gesundheit beeinträchtigt werden.

Bevor PSA in einem Betrieb eingeführt werden, ist aber immer zuerst zu prüfen, ob Möglichkeiten bestehen, die Gefahren durch Ersatzmassnahmen, technische oder organisatorische Massnahmen zu vermeiden.

Vor der Beschaffung von PSA, müssen Sie deshalb als Verantwortlicher für die Arbeitssicherheit in einem Betrieb folgende Punkte abarbeiten:

Beurteilen Sie den Arbeitsplatz

Um die Arbeitsplätze (Zonen, technische Einrichtungen, Tätigkeiten) zu beurteilen, erstellen Sie am besten einen Anforderungskatalog, der auf einer Gefährdungsbeurteilung beruht. Erfassen Sie dazu unter anderem folgende Angaben:

  • Tätigkeiten
  • Art der Gefährdungen
  • Ort des Auftretens der Gefährdungen

Die besonderen Bedingungen am Arbeitsplatz müssen bekannt sein, damit die richtigen Massnahmen bzw. die passenden PSA gewählt werden können. Zu diesen Bedingungen gehören beispielsweise:

  • Lufttemperatur
  • Kontakttemperatur
  • Wärmestrahlung
  • Schallintensität
  • Staubanfall
  • Witterungseinflüsse
  • Luftfeuchtigkeit
  • Charakteristik der gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffe und die Expositionszeit
  • Bodenverhältnisse

Beziehen Sie für diese Beurteilung die Spezialisten der Arbeitssicherheit (ASA) des Betriebs und die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit ein, damit sie ihre Erfahrung und ihr Wissen einbringen können.

Konsultieren Sie auch die Fragebogen und Checklisten des Verbands Swiss Safety oder die Checkliste «Persönliche Schutzausrüstungen (PSA)» .

Wenden Sie das S-T-O-P-Prinzip an

Das sogenannte S-T-O-P-Prinzip bestimmt die Reihenfolge, in der Schutzmassnahmen gegen Gefahren zu treffen sind:

Ersatz gefährlicher Arbeitsverfahren, Stoffe und Einrichtungen durch ungefährliche oder weniger gefährliche.

  • Technische Massnahmen

    Schutzvorrichtungen, Geländer, Auffangnetze, Kapselungen (Containment), Erfassen von Emissionen (z.B. Quellenabsaugung, evtl. optimierte Luftführung und verstärkte Raumlüftung), Schleusen usw.

  • Organisatorische Massnahmen

    Zeitlich beschränkte Expositionsdauer (Arbeitswechsel, Pausenregelung), Ausbildung, Regelung der Zuständigkeiten, Überwachung.

  • Persönliche Schutzmassnahmen (PSA tragen)

    Zum Beispiel Ausrüstung zum Schutz vor direkter Exposition (z. B. beim Umfüllen gesundheitsgefährdender Stoffe in einem offenen Systemen) oder vor eventueller Exposition (z. B. Chemikalienspritzer, herabfallender Gegenstand).

  • Ausnahmen vom S-T-O-P-Prinzip

    Das S-T-O-P-Prinzip kann nicht immer angewendet werden. Zum Beispiel kann bei Notfällen der Gefährdung von Personen oft nur durch die Verwendung von PSA begegnet werden.

    In anderen Fällen ist der Einsatz von PSA gesetzlich zwingend vorgeschrieben:

    • im Hochbau (bis zum Abschluss des Rohbaus)
    • bei Arbeiten im Bereich von Kranen
    • in Steinbrüchen
    • im Untertagbau
    • bei Rückbau- oder Abbrucharbeiten bei Arbeiten im Bereich von Verkehrsmitteln

    Manchmal kommen PSA anstelle von technischen Lösungen zur Anwendung, wenn Arbeitseinsätze nur sporadisch oder selten erfolgen, zum Beispiel:

    • PSA gegen Absturz auf einem selten begangenen Dach
    • Schutzkleidung gegen starke elektromagnetische Felder für die Wartung von Mobilfunkantennen
    • Schutzkleidung bei sporadischer Kältearbeit.

    Eine abschliessende Aufzählung von Arbeitsplätzen bzw. -verfahren, die das Tragen von PSA erforderlich machen, gibt es nicht.

    Die wichtigsten Tipps
    • Bevor Sie in Ihrem Unternehmen PSA beschaffen, sollte eine Arbeitsplatzbeurteilung (vgl. dazu Punkt «Beurteilen Sie den Arbeitsplatz» im Kapitel «Wo und wann müssen PSA verwendet werden?») vorgenommen werden. So kann Ihr PSA-Lieferant Sie besser beraten und Ihnen ein bedürfnisgerechtes Angebot unterbreiten.
    • Evaluieren Sie die PSA zusammen mit einer Sicherheitsfachkraft (interne oder externe Fachperson, Spezialist der Arbeitssicherheit) und den betroffenen Mitarbeitenden. Damit können die im Betrieb vorhandenen Erfahrungen genutzt und die Akzeptanz für das Tragen der Schutzausrüstungen erhöht werden.
    • Um Fehlinvestitionen zu vermeiden, empfiehlt es sich, verschiedene Modelle derselben PSA von einer Versuchsgruppe bei der Arbeit testen und ihren Tragkomfort und die Benutzerfreundlichkeit beurteilen zu lassen. Lassen Sie die Mitarbeitenden das für sie passende Produkt auswählen.
    • Berücksichtigen Sie beim Preisvergleich auch die Kosten für Ersatzteile und allfällige Verteil- und Reinigungsstationen.
    Verlangen Sie zu Ihren PSA eine Informationsbroschüre!

    Keine PSA ohne Informationsbroschüre. Ihr Lieferant ist nach Ziffer 1.4 von Anhang II der Richtlinie 89/686/EWG verpflichtet, Ihnen Informationsbroschüren mit folgenden Inhalten auszuhändigen:

    • Name und Anschrift des Herstellers und/oder seines in der europäischen Gemeinschaft niedergelassenen Bevollmächtigten
    • Anweisungen für den Gebrauch, das Lagern, Reinigen, Warten, Überprüfen und Desinfizieren. Die vom Hersteller empfohlenen Reinigungs-, Wartungs- oder Desinfizierungsmittel haben bei vorschriftsmässiger Verwendung keine schädliche Wirkung auf PSA oder Benutzer.
    • Hinweise zu Schutzklassen, Leistungsstufen und entsprechenden Verwendungsgrenzen
    • Zubehör zu der PSA sowie Angaben zu passenden Ersatzteilen
    • Verfalldatum oder Verfallzeit der PSA oder von Bestandteilen derselben
    • die für den Transport der PSA geeignete Verpackungsart
    • Bedeutung etwaiger Markierungen und Piktogramme
    • gegebenenfalls Angaben über weitere angewandte Richtlinien
    • gegebenenfalls Name, Anschrift und Kennnummer der Konformitätsbewertungsstelle

    Die Informationsbroschüre muss klar und verständlich und mindestens in der bzw. den Amtssprachen des Bestimmungslandes verfasst sein.

    Überprüfen Sie die Zumutbarkeit der PSA
    Behinderung durch PSA

    PSA wie Handschuhe oder Hitzeschutzanzüge können den Träger behindern oder sein Körpergefühl erheblich verändern. Möglicherweise verändert sich die Schwerpunktlage, zum Beispiel beim Tragen von Atemschutzgeräten. Ungünstige Bedingungen wie Hitze am Arbeitsplatz erhöhen die Belastung.

    Berücksichtigen Sie solche Umstände bei der Gestaltung der Arbeitsplätze. Möglicherweise braucht es Verbesserungen am Arbeitsplatz selbst. Unter Umständen müssen Sie die Arbeitszeit verkürzen. Beurteilen Sie auch die Ausweich- und Fluchtmöglichkeiten für Träger von Schutzausrüstungen.

    Neue Gefahren durch PSA
    Achten Sie auf individuelle Anpassbarkeit

    PSA müssen der körperlichen Konstitution des Trägers Rechnung tragen. Es ist wichtig, dass die richtigen Grössen zur Verfügung stehen und die Ausrüstungen sich anpassen lassen.

    Berücksichtigen Sie die individuellen Wünsche der Mitarbeitenden. Dies gilt besonders für den Augenschutz, Gehörschutz, Fussschutz, Atemschutz und die Bekleidung.

    Verzichten Sie, wenn möglich, auf PSA, die von mehreren Personen verwendet werden. Solche PSA müssen vor jedem Gebrauch individuell angepasst werden. Auch hygienische Aspekte sprechen gegen eine Verwendung durch mehrere Personen.

    Achten Sie auf die Kombinierbarkeit von Schutzausrüstungen

    Wenn in einem Bereich eine Mehrfachgefährdung besteht, ist darauf zu achten, dass sich die Schutzausrüstungen kombinieren lassen.

    • Schutzhelm kombiniert mit Augenschutz, Gesichtsschutz, Atemschutz und/oder Gehörschutz
    • Schutzhandschuhe kombiniert mit Armschutz
    • Schutzschuhe kombiniert mit Beinschutz

    Kombinierte PSA vereinfachen das gleichzeitige Tragen verschiedener notwendiger Schutzausrüstungen.

    Die wichtigsten Tipps
    • Stellen Sie geeignete PSA zu Verfügung und lassen Sie die Mitarbeiter auswählen.
    • Formulieren Sie klare und unmissverständliche Sicherheitsregeln und bringen Sie Piktogramme und Gebotszeichen an.
    • Überzeugen Sie die Mitarbeitenden von der Notwendigkeit der PSA. Seien Sie als Vorgesetzter ein Vorbild – tragen Sie immer die PSA!
    • Instruieren und schulen Sie die Mitarbeitenden auf die richtige Handhabung der PSA.
    Arbeitsplatz beurteilen und geeignete PSA auswählen

    Für die Tragakzeptanz ist besonders die Mitsprache der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bedeutung. Die Mitarbeitenden sollen später ihre eigene Schutzausrüstung selber auch in der passenden Grösse und wenn möglich Farbe, Form usw. auswählen können.

    Formulieren Sie Sicherheitsregeln und kennzeichnen Sie die Arbeitsplätze

    Nachdem Sie die Arbeitsplatzbeurteilung sind Sicherheitsregeln zur Verwendung der PSA zu formulieren. Es ist sinnvoll, dabei die zuständigen Vorgesetzten mitarbeiten zu lassen. Denn sie sind es, welche die Regeln nachher durchsetzen müssen.

    Sicherheitsregeln, Weisungen, Vorschriften über das Verwenden von PSA sollen

    • unmissverständlich formuliert sein
    • wenn immer möglich in den Arbeitsvertrag oder in die Stellenbeschreibung der Betroffenen aufgenommen werden
    • in Bedienungsanleitungen für Arbeitsmittel, in Vorschriften zu Produktionsverfahren, Gebrauchsanweisungen, Arbeitsanweisungen bzw. vorhanden sein.
    Informieren Sie über das PSA-Tragobligatorium

    Es ist Chefsache, die betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über das PSA-Tragobligatorium zu informieren! Die Betriebsangehörigen müssen erkennen und spüren, dass die Geschäftsleitung dem Schutz der Mitarbeitenden grosse Bedeutung beimisst und dass das Obligatorium in der Praxis durchgesetzt wird.

    Erklären Sie den Betroffenen, warum die Gefährdungen nicht mit technischen oder organisatorischen Massnahmen eliminiert werden konnten. Überzeugen Sie die Mitarbeitenden, dass sie sich selbst schützen müssen, wenn sie gesund bleiben wollen.

    Instruieren Sie Ihre Mitarbeitenden
    • die Gefährdungen an den Arbeitsplätzen und mögliche negative Auswirkung auf den Menschen
    • erforderliche PSA
    • Anpassen der PSA an die persönlichen Bedürfnisse und die Arbeitsplatzverhältnisse
    • Kontrolle der PSA vor dem Einsatz
    • richtiger Einsatz und richtige Verwendung der PSA
    • Austausch einzelner Elemente der PSA
    • Pflege (Hygiene) und Instandhaltung
    • Vorgehen bei Defekten an der PSA

    Ein wichtiges Hilfsmittel für die Instruktion ist die Informationsbroschüre des Herstellers. In der Informationsbroschüre zu Atemschutzgeräten ist zum Beispiel beschrieben, wie kontrolliert werden muss, ob die Schutzmaske dicht sitzt. Eine solche Kontrolle ist vor jedem Betreten des Gefahrenbereichs vorzunehmen.

    Ziehen Sie für die Instruktion und das Anpassen spezieller PSA immer Fachleute bei.

    Achtung: Gefahren bei falscher Anwendung
    Die wichtigsten Tipps
    • Führen Sie Kontrollen durch. Planen Sie diese sorgfältig, denn niemand wird gerne kontrolliert.
    • Ermahnen Sie fehlbare Mitarbeitende.
    • Motivieren kommt vor Bestrafen.
    • Sanktionen sind als letzte Massnahme aber notwendig, wenn sich Mitarbeitende uneinsichtig zeigen.
    Ohne Kontrollen geht es nicht
    Zuerst wird ermahnt
    Motivieren kommt vor Bestrafen

    Setzen Sie als Vorgesetzter in diesem Fall klare Ziele, begründen Sie die Schutzmassnahmen mit Überzeugung und bewegen Sie die Mitarbeitenden dazu, in eigener Verantwortung zu handeln. In den meisten Fällen wird der Erfolg nicht ausbleiben. Nötig sind aber auch immer wieder Kontrollen.

    Letztes Mittel Sanktionen: Versetzung oder Kündigung

    Damit die PSA jederzeit in einwandfreiem Zustand ist, sind Pflege und Unterhalt der PSA klar zu regeln. Beachten Sie die Angaben des Herstellers über Nutzungsdauer, Pflege und Instandhaltung der PSA.

    Beachten Sie folgende Tipps zu Unterhalt und Pflege der PSA

    • Instruieren Sie die Mitarbeitenden über Pflege und Unterhalt der PSA
    • Sorgen Sie für gut verständliche Benutzeranleitungen
    • Halten Sie Ersatzteil und Hilfsmaterial an Lager
    • Stellen Sie Reinigungseinrichtungen und -material bereit (z. B. Mittel für das Reinigen und Desinfizieren)

    Wenn nötig muss der Arbeitgeber Bereiche bezeichnen, in denen die PSA gereinigt, desinfiziert sowie schmutzfrei und trocken aufbewahrt werden können. Die für das Reinigen bzw. die Dekontamination der PSA notwendige Zeit gilt als Arbeitszeit.

    Nutzungsdauer von PSA

    Die Nutzungsdauer von mehrfach verwendbaren PSA ist von mehreren Faktoren abhängig. Erfassen Sie in geeigneter Form die Information, wann ein bestimmter Schutzartikel in Gebrauch genommen wurde. Sobald PSA ihre Schutzfunktion nicht mehr voll erfüllen, sind sie zu erneuern. Verwenden Sie beispielsweise keine durchstochenen oder porösen Handschuhe oder Anzüge, kontaminierte Schutzausrüstungen und Kleidungsstücke oder defekte, gealterte oder schlecht gewartete Atemschutzmasken. PSA, die sich nicht mehr verwenden lassen, sind fachgerecht zu entsorgen (Art der Kontamination beachten).

    Auf Sapros – dem Internet-Marktplatz für Sicherheitsprodukte – suchen Sie gezielt Schutzausrüstungen nach den bei Ihnen vorhandenen Gefahren und finden geeignete Produkte für sicheres Arbeiten von über 60 Anbietern.

    Zur Verbesserung der Sicherheit in Ihrem Betrieb können Sie auch die wichtigsten Sicherheitszeichen (selbstklebende Verbots-, Gebots- und Warnzeichen) direkt bei der Suva bestellen.

    Die Inhalte auf dieser Webseite ersetzen die aufgehobene Publikation «Alles, was Sie über PSA wissen müssen» (Bestell-Nr. 44091.D).

    Praxishilfe

    Persцnliche Schutzausrьstung

    Anforderungen, Prьfungen, Einsatzbereiche

    Zurьck zur Fachinfo

    bei VerschleiЯ austauschen

    Umgang mit Chemikalien

    das Handschuhmaterial muss mit dem verwendeten Stoff abgestimmt werden, bei Beschдdigung austauschen

    kalte Witterung, manuelle Arbeiten

    bei VerschleiЯ austauschen

    bei VerschleiЯ austauschen, bei kalter Witterung gefьttert (Kennzeichnung CI), bei Arbeiten auf heiЯen Massen wдrmeisoliert (Kennzeichnung HI)

    Arbeiten mit Nдsse, Betonieren

    bei VerschleiЯ austauschen, bei kalter Witterung gefьttert (Kennzeichnung CI)

    bei Beschдdigung austauschen

    Umgang mit ungelцschtem Kalk, Trennschleifen, Schleifen, Aufstemmen, Sдgen mit der Motorsдge

    Glдser bei Beschдdigung oder Trьbung austauschen

    Trennschleifen, Aufstemmen, Sдgen mit der Motorsдge, Lдrmbereich

    Geeignete arbeitsmedizinische Vorsorge im Lдrmbereich notwendig (G20 „Lдrm“ empfohlen), bei Verschmutzung oder Beschдdigung austauschen

    Persönliche Schutzausrüstung

    Als persönliche Schutzausrüstung (PSA) gilt jede Ausrüstung, die dazu bestimmt ist, von den Arbeitnehmern benutzt oder getragen zu werden, um sich gegen eine Gefahr für ihre Sicherheit oder Gesundheit bei der Arbeit zu schützen, sowie jede mit demselben Ziel verwendete Zusatzausrüstung.

    Prinzipiell ist die PSA erst dann einzusetzen, wenn alle kollektiven technischen Schutzmaßnahmen und arbeitsorganisatorische Maßnahmen zur Vermeidung von Gefahren ausgeschöpft sind und noch immer Restgefahren bestehen (siehe Grundsätze der Gefahrenverhütung). Ist jedoch eine PSA erforderlich, so ist diese von den ArbeitgeberInnen auf ihre Kosten zur Verfügung zu stellen.

    ArbeitnehmerInnen sind verpflichtet, die zur Verfügung gestellte PSA zu benutzen. ArbeitgeberInnen (AG) dürfen ein dem widersprechendes Verhalten der ArbeitnehmerInnen nicht dulden. Bei der Benutzung der PSA sind die Angaben des Herstellers oder des Inverkehrbringers einzuhalten.

    Verordnung Persönliche Schutzausrüstung

    Die Verordnung Persönliche Schutzausrüstung (PSA-V) sowie eine damit zusammenhängende Änderung der Bauarbeiterschutzverordnung wurden mit BGBl. II Nr. 77/2014 kundgemacht und treten am 1. Mai 2014 in Kraft. Mit der PSA-V werden die Regelungen im Arbeitnehmerschutz zu persönlicher Schutzausrüstung konkretisiert sowie dem aktuellen Stand der Technik und Erkenntnissen der Arbeitsgestaltung angepasst.

    Aufbau der Verordnung

    Die PSA-V konkretisiert im 1. Abschnitt (Allgemeine Bestimmungen) die ASchG-Vorgaben zur betrieblichen Gefahrenevaluierung betreffend PSA, PSA-Auswahl und Bewertung, Information und Unterweisung sowie die jeweiligen Pflichten der ArbeitgeberInnen und ArbeitnehmerInnen für alle PSA-Arten.

    Die besonderen Bestimmungen des 2. Abschnitts definieren die einzelnen PSA-Arten ausgehend von der bisherigen Rechtslage entsprechend der Systematik der Inverkehrbringervorschriften (vgl. PSA- Sicherheitsverordnung – PSASV, BGBl. Nr. 596/1994, und Kosmetik-VO) und dem aktuellen Stand der Technik und Arbeitsgestaltung näher.

    Jeweils getrennt nach PSA-Art

    • Fuß- und Beinschutz
    • Kopf- und Nackenschutz
    • Augen- und Gesichtsschutz
    • Gehörschutz
    • Hand- und Armschutz
    • Hautschutz
    • PSA gegen Absturz, Ertrinken und Versinken – Atemschutz
    • Schutzkleidung

    werden die wesentlichsten Gefahren und Belastungen angeführt, die bei der Gefahrenevaluierung und PSA-Bewertung zu beachten sind.

    Liegt eine oder liegen mehrere der angeführten Gefahren vor und können die Risiken nicht ausreichend ausgeschaltet oder minimiert werden, muss geeignete PSA ausgewählt und den ArbeitnehmerInnen zur Verfügung gestellt werden. Der 2. Abschnitt enthält PSA- spezifische, über die allgemeinen Bestimmungen des 1. Abschnitts hinausgehende Zusatzregelungen (z. B. besondere Unterweisungsinhalte, Übungen, besondere Prüfvorschriften).

    Der 3. Abschnitt regelt die Übergangs- und Schlussbestimmungen.

    Die PSA-VO berührt nicht § 73 AAV (Arbeitskleidung) und die in einzelnen ASchG- Durchführungsbestimmungen bereits enthaltenen Regelungen über spezifische Arbeitskleidung, diese gelten bis zu einer Neuregelung der Arbeitskleidung weiter (Verordnungsermächtigung § 72 Abs. 1 Z 6 ASchG).

    Unverändert gelten jene in ASchG-Durchführungsverordnungen enthaltenen Einzelbestimmungen weiter (§ 17 PSA-V), die für konkrete Fällen in Zusammenhang mit der dort geregelten Sachmaterie PSA bereits regeln:

    • Verordnung biologische Arbeitsstoffe – VbA
    • Grenzwerteverordnung 2011 – GKV 2011
    • Flüssiggas-Verordnung 2002 (FGV)
    • Verordnung explosionsfähige Atmosphären – VEXAT
    • Bohrarbeitenverordnung
    • Verordnung Lärm und Vibrationen – VOLV
    • Verordnung optische Strahlung – VOPST
    • Tagbauarbeitenverordnung (TAV)
    • Eisenbahn-ArbeitnehmerInnenschutzverordnung (EisbAV)
    • Schifffahrt-ArbeitnehmerInnenschutzverordnung (SchiffAV)

    Änderung der Bauarbeiterschutzverordnung

    Den besonderen Gefahren von Bauarbeiten entsprechend bleiben die ausdrücklichen Bestimmungen der BauV über die Zurverfügungstellung von PSA in bestimmten Gefahrensituationen (z. B. bei Absturzgefahr) in Geltung und wurden lediglich terminologisch an die PSA-VO angepasst. Allfällige zusätzliche Gefahren und Belastungen bei Bauarbeiten, die ebenfalls PSA als (nachrangige) Schutzmaßnahme erfordern und durch diese weitergeltenden BauV-Bestimmungen nicht erfasst werden, sind durch die Baustellenevaluierung zu ermitteln (§ 4 ASchG, § 4 PSA-VO) und – wenn erforderlich – ist PSA entsprechend der PSA-VO zur Verfügung zu stellen.