Entzuendung der prostata heterogenea

Chronische Prostatitis und Beckenschmerzsyndrom (Teil 1/3)


Definition der chronischen Prostatitis/Beckenschmerzsyndrom

Das chronische Beckenschmerzsyndrom ist charakterisiert durch chronische oder wiederkehrende Beckenschmerzen ohne Nachweis einer Erkrankung der Beckenorgane. Das chronische Beckenschmerzsyndrom geht auch mit Symptomen des unteren Harntrakts und des Enddarms einher und hat häufig negative Konsequenzen hinsichtlich des Sexualverhaltens und der Psyche. Wenn der Schmerz in einem einzelnen Organ oder Bereich empfunden wird (z.B. Harnblase, Prostata, Hoden, Damm), so sollten konkretere Bezeichnungen verwendet werden: Blasenschmerzsyndrom, Prostataschmerzsyndrom, Hodenschmerzsyndrom oder Beckenbodenschmerzsyndrom. Siehe Definition der Prostatitis und Beckenschmerzsyndrom nach NIH. Zusammenfassende Literatur: (Nickel, 2003) (Schaeffer u.a., 2002). EAU Leitlinien: (Engeler u.a., 2016).

Epidemiologie der chronischen Prostatitis und des Beckenschmerzsyndroms

Wiederkehrende Schmerzen im Bereich der Prostata, aber auch Hoden oder Penis, sind häufig und im Alter unter 50 Jahren die häufigste urologische Diagnose. 5% der Männer im Alter vom 20–50 Lebensjahre, Altersgipfel zwischen dem 20–49 LJ und über dem 70. LJ. Inzidenz 3/1000.

Ätiologie des Beckenschmerzsyndroms und der chronischen Prostatitis

Die Ätiologie der chronischen Prostatitis und des Beckenschmerzsyndroms ist heterogen, wie es auch die Definitionen implizieren. Je nach Erkrankung überwiegen die infektiösen Ursachen (chronische bakterielle Prostatitis), Miktionsstörungen oder andere ätiologische Faktoren (CPPS oder chronisches Beckenschmerzsyndrom). Wahrscheinlich ist eine multifaktorielle Genese mit auslösenden wie auch krankheitsunterhaltenden Faktoren. Im weiteren Verlauf kann sich der chronische Schmerz durch neuromodulatorische Vorgänge verselbstständigen und von der auslösenden Ursache unabhängig werden, was die Therapie erschwert.

Chronische Infektion mit Bakterien:

Enterobakterien, Chlamydia trachomatis, Ureaplasma urealyticum. Problematisch ist der Infektionsnachweis in der Prostata. Kontaminationen aus der Urethra sowie nicht pathogene Keime in der Prostata erschweren die Ursachenforschung. Molekularbiologische Marker der Bakterieninfektion sind bei Patienten mit chronischem Beckenschmerz erhöht, trotzdem gelingt bei über 80 % der Patienten mit CPPS kein Keimnachweis.

Intraprostatischer Reflux:

Urin und Bakterien gelangen durch Reflux in die Prostata und führen zur Entzündung. Unterstützt wird diese Theorie durch urinöse Bestandteile der Prostatasteine. In dem Biofilm der Prostatasteine können Bakterien trotz adäquater Antibiose oder Immunabwehr persistieren und eine chronische Infektion unterhalten.

Urodynamische Auffälligkeiten bei CPPS:

folgende Befunde können gehäuft bei chronischem Beckenschmerz nachgewiesen werden: schlechter Urinflow, obstruktive Miktionslage durch Harnblasenhalsenge, Hypersensibilität der Harnblasenfüllung und Sphinkterdyssynergie. Weiterhin ist eine funktionelle Dissoziation (schlechte bewusste Steuerung) zwischen ZNS und Beckenbodenmuskulatur ist gehäuft bei CPPS nachweisbar. Diese Miktionsstörungen können einen intraprostatischen Reflux fördern und über autonome Reflexe einen chronischen neurogenen Schmerz entstehen lassen.

Muskuläre Ursache des chronischen Schmerzsyndroms:

Ansatztendinopathien des Beckenbodens, Myogelosen oder myofasziale Triggerpunkte verursachen bei Aktivierung des Beckenbodens Schmerzen. Weiterhin gibt es Anhaltspunkte für eine neurogene Entzündung als Mechanismus der CPPS. Dadurch wird die Miktion oder Sexualität schmerzhaft und führt zu einem Vermeidungsverhalten.

Männliche Form der interstitiellen Zystitis:

die Schmerzen und Miktionssymptome ähneln den Beschwerden von Frauen mit interstitieller Zystitis. Weiterhin finden sich Gemeinsamkeiten in der Zystoskopie, beim Kaliuminstillationstest und in der Urodynamik. Die Ätiologie der interstitiellen Zystitis ist unklar.

Psychosomatische Störung:

Depressionen und Persönlichkeitsstörungen sind zwar in Kollektiven mit chronischem Beckenschmerzsyndrom häufiger als in den Kontrollen erhebbar, ob ursächlich oder als Folge des Beckenschmerzes ist unklar.

Prostataerkrankungen

Von gut – bis bösartig

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Welche Erkrankungen der Prostata gibt es?

Die Prostata kann von einer gutartigen, entzündlichen oder bösartigen Erkrankung betroffen sein. Bei diesen Erkrankungen reagiert in der Regel der PSA-Wert mit einem Anstieg. Aus diesem Grund ist es schwierig, nur über den PSA-Wert die Erkrankung festzustellen. Mit einer MRT-Untersuchung der Prostata können die Erkrankungen unterschieden und diagnostiziert werden.

Gutartige Erkrankung: PROSTATAVERGRÖSSERUNG

Als gutartige Erkrankung gilt die Prostatavergrößerung. Die entsteht bei fast jedem Mann mit steigendem Lebensalter. In der Fachsprache nennt sie sich benigne Prostatahyperplasie (BPH). Bei einer Vergrößerung nimmt die Prostata an Volumen zu. Dabei wachsen gutartige Knoten (Adenome) in der Innenzone der Prostata. Eine Vergrößerung spürt der Mann erst, wenn die Harnröhre von der Vergrößerung betroffen ist und sich häufiger Harndrang oder Harnblasenentleerungsstörungen bemerkbar macht.

Entzündliche Erkrankung: PROSTATAENTZÜNDUNG

Altersunabhängig kann sich eine Prostata entzünden. Eine sogenannte Prostatitis kann sowohl akut als auch chronisch sein. Der Betroffene merkt eine akute Entzündung in der Regel sofort, wie z.B. durch Brennen beim Wasserlassen.

Im Gegensatz dazu kann eine chronische Prostataentzündung unbemerkt bleiben. Chronische Entzündungsherde haben Männer relativ häufig und sind eigentlich nicht von Bedeutung. Man geht davon aus, dass diese Herde Überreste einer leicht akuten Entzündung sind. Jedoch können diese bei manchen Männern trotzdem einen Anstieg des PSA-Wertes auslösen.

Bösartige Erkrankung: PROSTATAKREBS

Eine bösartige Erkrankung ist ein Prostatakrebs. Mit steigendem Alter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, einen Prostatakrebs zu bekommen.

Es gibt unterschiedliche Bösartigkeitsstufen eines Prostatakrebses, die auch zu unterschiedlichen Behandlungen führen. In erster Linie ist ein Prostatakrebs eine bösartige Gewebeveränderung. Diese Gewebeveränderung kann der Mann so nicht bemerken, weil sich nur das Gewebe verändert und keine spürbaren Anzeichen auftreten. Aus diesem Grund kann die Bestimmung des PSA-Wertes über einen Bluttest hilfreich sein, weil dieser Wert bei einem Prostatakrebs ansteigt.

In seltenen Fällen kann es auch zu einer Volumenzunahme der Prostata kommen, wenn ein bösartiger Tumor extrem gewachsen ist. Dieser Fall ist eher selten und dann auch häufig mit einem Ausbruch aus der Prostata und Befall benachbarter Organen verbunden. In so einem Stadium verspürt der Mann in der Regel schon Symptome.