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Blasenentzündung: 12 Dinge, die gegen Zystitis helfen

Blasenentzündung: Was tun? Wir helfen weiter

Schon Mutti legte uns ans Herz: Nach dem Schwimmen Badesachen wechseln! Die aktuellen Temperaturen verlocken jedoch dazu, den nassen Bikini einfach anzulassen. Keine gute Idee: Tragen wir das feuchte Bikini-Höschen weiter, können sich Bakterien im feucht-warmen Klima leicht ausbreiten. Zudem begünstigen ein schwaches Immunsystem und auch Erkältungen das Eindringen von Bakterien. Statistiken zufolge ist jede zweite Frau mindestens einmal im Leben von einer Blasenentzündung betroffen. Dieser landläufige Oberbegriff ist jedoch ungenau: Ärzte unterscheiden zwischen einer Entzündung der Harnröhre (Urethritis) und einer Blasenentzündung (Zystitis). Bei der Zystitis ist das Gewebe, das die ableitenden Harnwege auskleidet (Blasenschleimhaut) entzündet.

Symptome der Blasenentzündung

Eine Entzündung der Blase kündigt sich häufig durch Bauchschmerzen, vor allem im Unterbauch an. Häufiger Harndrang, Schmerzen beim Wasserlassen und manchmal auch Blut im Urin machen die Blasenentzündung sehr unangenehm.

Weitere Ursachen für Zystitis

Darmbakterien, die in die Harnröhre gelangen, sind meist der Auslöser für Blasenentzündungen. Die im Darm harmlosen Bakterien vermehren sich in der Harnröhre schnell, wodurch sich das betroffene Gewebe entzündet. Oft kommt es während des Geschlechtsverkehrs zu einer Harnwegsinfektion, die sogenannte „Honeymoon-Zystitis“. Aber auch anatomische Eigenheiten können eine akute Zystitis begünstigen, wenn die Harnröhre sehr nah am After liegt.

Was tun, wenn es zur Blasenentzündung kommt?

Ist die Zystitis einmal da, hilft oft nur noch ein Antibiotikum. Spätestens wenn ihr beim Wasserlassen Schmerzen habt, es brennt oder sogar Blut im Urin zu sehen ist, führt kein Weg am Arzt vorbei. Denn wer eine Blasentzündung verschleppt, riskiert eine Nierenbeckenentzündung und sogar eine Blutvergiftung.

Blasen- und Harnwegsentzündungen vorbeugen: 12 Tipps

1. Honeymoon-Zystitis vermeiden

Nach dem Sex auf die Toilette gehen! 15 Minuten nach dem Geschlechtsverkehr solltet ihr aufs Klo gehen. Keime werden beim Wasserlassen herausgespült.

2. Ernährung bei Blasenentzündung

Brokkoli essen! Das Gemüse enthält Glukosinolate, die der Entzündung vorbeugen.

3. Helfer-Getränk bei Zystitis: Cranberry-Muttersaft

Cranberry-Saft trinken! Aber Achtung: Nur der Muttersaft der Frucht hilft, indem noch alle Trüb- und Inhaltsstoffe der Beere vollständig enthalten sind. Ihr bekommt ihn in Reformhäusern.

4. Blasenentzündung? Viel trinken hilft – aber nicht zuviel!

Genug trinken, doch auch nicht zu viel! Ungefähr zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag sorgen dafür, dass Bakterien, die die Blasenentzündung verursachen, ausgeschwemmt werden. Dazu oft auf die Toilette gehen.

5. Wasserlassen häufig versuchen

Ihr solltet ohnehin so oft es geht das stille Örtchen aufsuchen. Also nicht erst warten, bis die Blase voll ist.

6. Hilfe bei chronischer Blasenentzündung

Frauen, die unter einer chronischen Blasentzündung leiden, können sich den Impfstoff Strovac spritzen lassen. Er dient zur Grundimmunisierung und wird vom Arzt verschrieben.

7. Vorbeugung bei Zystitis

Wer regelmäßig unter Blasenentzündungen leidet, kann vorbeugend Angocin nehmen. Dieses pflanzliche Medikament besteht unter anderem aus Meerrettichwurzel und Kapuzinerkresse-Kraut. Beide Pflanzen enthalten Senföl, das Bakterien abtöten kann.

8. Pflanzliche Unterstützung bei Blasenentzündung

Auch das pflanzliche Heilmittel Cystinol akut wird bei leichten Harnwegs-Infektionen eingesetzt.

9. Hausmittel bei Blasenentzündung

Altes Hausrezept: Lauwarmes Bier soll gegen eine Blasenentzündung helfen.

10. Aus dem Reformhaus: Nieren- und Blasentee

Auch Nieren- und Blasentee sollte man trinken – am besten schon, sobald man merkt, dass sich eine Zystitis anbahnt.

11. Keine übertriebene Intim-Hygiene

Auf übertriebene Intim-Hygiene besser verzichten: Der PH-Wert der Vagina liegt zwischen 4 und 4,5 und entspricht nicht dem der restlichen Haut. Herkömmliche Seife, parfümierte Produkte und Duschgel können das Gleichgewicht der Scheidenflora durcheinanderbringen. Intim-Waschlotionen aus der Apotheke sollten an den PH-Wert der Scheide angepasst sein.

12. Psychosomatische Faktoren bei Blasenentzündung

Positives Denken kann ebenfalls helfen. Das klingt etwas esoterisch, scheint aber tatsächlich zu funktionieren. Schließlich haben viele Krankheiten psychische Ursachen. Schlaft ihr mit dem falschen Mann? Ist eure Beziehung zurzeit schwierig? Oder habt ihr das Gefühl, es fühlt sich nicht richtig an, mit eurem Partner Sex zu haben? Manche Frauen berichten, dass sie, nachdem sie sich mit ihren psychischen Problemen auseinandersetzten, auch seltener unter Blasenentzündungen litten.

Zystitis: Kann eine Blasenentzündung ansteckend sein?

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Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

17.03.2018, 14:09 Uhr | om (CF), t-online.de

Eine Blasenentzündung ist auf direktem und indirektem Wege ansteckend. (Quelle: Getty Images)

Eine Blasenentzündung ist eindeutig ansteckend. Allerdings findet die Ansteckung oft über andere Wege statt als vielfach angenommen. Hier erfahren Sie mehr.

Blasenentzündung: Indirekte Infektionswege

Eine Blasenentzündung ist deshalb so ansteckend, weil man sich mit den Bakterien überall infizieren kann: Insbesondere gemeinschaftlich genutzte Toiletten bergen ein hohes Ansteckungsrisiko. Allerdings sind es meist nicht Urinsprenkel einer erkrankten Kollegin auf der Bürotoilette, die eine Blasenentzündung ansteckend machen. Die Bakterien lauern nämlich nicht nur auf der Toilettenschüssel, sondern häufig auch an Türklinken oder Wasserhähnen.

Aufpassen in der Öffentlichkeit

Zudem sind die Bakterien außerhalb der Toilette zu finden. Ein noch viel größeres Risiko, die Krankheitserreger aufzunehmen, besteht beispielsweise bei viel alltäglicheren Dingen, wie zum Beispiel:

  • Einkaufswagen im Supermarkt
  • öffentliche Displays, zum Beispiel an Geldautomaten
  • Türklinken in Schwimmbädern oder im Büro
  • Griffe und Schalter in Bussen oder in der Bahn

Befinden sich die Bakterien erst einmal an den Händen, besteht die Gefahr, dass sie beispielsweise durch Berühren des Intimbereichs in die Harnröhre gelangen. Daher können Sie die Gefahr einer Ansteckung bereits durch regelmäßiges und gründliches Händewaschen deutlich reduzieren. Grundsätzlich gelten Hygienemaßnahmen als guter Schutz vor einer Zystitis.

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Direkte Infektion bei Zystitis deutlich seltener

Auch auf direktem Übertragungsweg ist eine Blasenentzündung ansteckend. Allerdings kommt dies deutlich seltener vor als eine indirekte Infektion. Da sich Coli-Bakterien im menschlichen Stuhl befinden, können sie beispielsweise beim Stuhlgang vom After in die Harnröhre gelangen. Um dies zu vermeiden, sollten sich Frauen auf der Toilette immer von der Scheide in Richtung After säubern, nicht anders herum.

Auch durch Geschlechtsverkehr ist eine Übertragung möglich. Hier bieten Kondome einen gewissen Schutz vor der Ansteckung mit einer Zystitis. Besonders hoch ist das Risiko, wenn der Penis des Mannes nach Analverkehr mit der Scheide in Kontakt kommt. In solchen Fällen sollte ein neues Kondom genutzt werden. Auch gründliche Intimhygiene vor und nach dem Geschlechtsverkehr reduziert das Risiko einer Infektion.

Eine Blasenentzündung wird durch Bakterien ausgelöst

Bei einer herkömmlichen Blasenentzündung oder Zystitis, wie die Erkrankung fachsprachlich genannt wird, handelt es sich um eine bakterielle Infektion. In einem Großteil aller Fälle sind Colibakterien für die Ansteckung verantwortlich. Gelangen diese in die Harnröhre, können sie eine Blasenentzündung verursachen.

Blasenentzündung

Marian Grosser studierte in München Humanmedizin. Daneben hat der vielfach interessierte Arzt einige spannende Abstecher gewagt: ein Philosophie- und Kunstgeschichtestudium, Tätigkeiten beim Radio und schließlich auch für Netdoktor.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Eine Blasenentzündung (auch Zystitis oder Cystitis) ist unangenehm: Brennen beim Wasserlassen und häufiger Harndrang sind typische Symptome, die Betroffenen zu schaffen machen. In den allermeisten Fällen ist eine Blasenentzündung harmlos und schnell auskuriert. Lesen Sie hier, welche Symptome außerdem auf eine Blasenentzündung hindeuten, wer besonders gefährdet ist und mit welcher Behandlung man sie wieder loswird!

Blasenentzündung: Kurzübersicht

  • Symptome: häufiges, schmerzhaftes Wasserlassen kleiner Urinmengen, krampfähnliche Schmerzen in der Blase, oft unangenehm riechender, trüber Urin, selten mit Blut, manchmal Fieber
  • Behandlung: vor allem bei Schwangeren und bei wiederkehrenden bakteriellen Entzündungen Antibiotika, ggf. nach vorheriger Keimbestimmung
  • Hausmittel: viel Trinken (>2l/Tag), spezielle Planen- und Nierentees, Wärmflasche (entkrampfend), warme Fußbäder, Cranberry, Kapuzinerkresse, Hauhechel oder Meerrettichwurzel.
  • Wer ist betroffen? Vor allem Mädchen und Frauen (kürzere Harnröhre!), Risiko steigt in der Schwangerschaft und nach den Wechseljahren; bei Jungs/Männern selten, dann oft komplizierter Verlauf (Ursachenforschung wichtig!).
  • Ursachen: meist Bakterien, manchmal Pilze, Parasiten oder Viren, selten Medikamente oder andere äußere Faktoren
  • Auslöser: Verschleppung von Bakterien aus der Analregion, häufiger Geschlechtsverkehr (bei Frauen), Abflusshindernisse in der Harnröhre, häufige angewendete oder lange liegende Blasenkatheter, Stoffwechsel- (Diabetes) und Immunerkrankungen
  • Komplikationen: aufsteigender Harnwegsinfekt, Nieren(becken)entzündungen, Blutvergiftung (Urosepsis), Nebenhodenentzündung (bei Männern), Vernarbungen in der Blase/Schrumpfblase
  • Achtung: In der Schwangerschaft wahrscheinlich erhöhtes Risiko von Fehlgeburten, Schwangerschaftsvergiftung und verringertem Geburtsgewicht, daher immer behandeln!

Blasenentzündung – Symptome

Leichte Blasenentzündungen machen sich manchmal nur geringfügig bemerkbar. Die klassischen Anzeichen einer gewöhnlichen (unkomplizierten) Blasenentzündung sind Schmerzen beim Wasserlassen (Algurie), die meist als Brennen zu spüren sind, und häufiger Harndrang, wobei jeweils nur geringe Urinmengen abgegeben werden (Pollakisurie).

Oft sind dies die einzigen Beschwerden. Es gibt aber noch mehr Symptome, die auf eine Blasenentzündung hindeuten und die aufgrund verschiedener Faktoren (Begleiterkrankungen, Art der Erreger) mehr oder weniger stark bis gar nicht ausgeprägt sein können. Zu den häufigsten Symptomen, die allerdings nie alle zusammen auftreten, gehören:

  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • erschwertes Wasserlassen (Dysurie)
  • häufiger Harndrang
  • vermehrter nächtlicher Harndrang (Nykturie)
  • Schmerzen in der Blasengegend (suprapubische Schmerzen)
  • Krampfartiges, schmerzhaftes Zusammenziehen der Blase mit starkem Harndrang (Tenesmus)

Daneben gibt es noch weitere Anzeichen, die für eine Blasenentzündung sprechen können:

  • Gelegentlich erscheint der Urin trüb und/oder riecht unangenehm.
  • Bei Frauen kann verstärkter Ausfluss (Fluor) auftreten, wenn sich eine Infektion auch auf die Vagina ausdehnt.
  • Es können Rückenschmerzen auftreten, wenn die Entzündung auf die Nieren oder, bei Männern, auf die Prostata übergreift.
  • Manchmal kommt auch Fieber vor, (bei einer einfachen Blasenentzündung selten.
  • Der Harndrang kann so plötzlich und zwingend sein (imperativer Harndrang), dass die Patienten es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffen (Dranginkontinenz).
  • Sichtbares Blut im Urin kann in seltenen Fällen auftreten. Mit bloßem Auge nicht feststellbare Blutbeimengungen sind dagegen häufiger (Mikrohämaturie).

Blasenentzündung: Behandlung

Die Blasenentzündungs-Behandlung soll vor allem die lästigen Symptome schneller abklingen lassen und mögliche Komplikationen verhindern. Tatsächlich heilen unkomplizierte Blasenentzündungen oftmals von allein und ohne den Einsatz von Medikamenten wieder aus. Besser ist es aber, die Genesung mit der richtigen Therapie zu unterstützen und zu beschleunigen.

Wie bei fast allen bakteriellen Infektionen sind Antibiotika auch bei einer durch Bakterien ausgelösten Blasenentzündung das Mittel der Wahl. Sie werden für gewöhnlich in Kapsel- oder Tablettenform eingenommen. Bei schwereren Verläufen der Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) gibt man die Wirkstoffe mitunter auch direkt in die Venen.

Hinweis: Sind Pilze die Auslöser der Blasenentzündung, helfen Antibiotika nicht. Stattdessen kommen sogenannte Antimykotika zum Einsatz.

Prinzipiell versucht man, die antibiotische Therapie möglichst wirksam und kurz zu halten, um das Risiko für die Entstehung sogenannter Resistenzen gegen Antibiotika zu verringern. Resistenzen sind Unempfindlichkeiten von Bakterien gegen bestimmte Wirkstoffe.

Je nach Wirkstoff variiert die Dauer der Anwendung. Manchmal genügt eine einmalige Gabe (Fosfomycintrometamol). Dies lindert die Nebenwirkungen, überlebende Bakterien könnten in diesem Fall jedoch einen Rückfall verursachen. Deshalb werden Antibiotika bei einer Blasenentzündung meistüber drei bis sieben Tage (Nitrofurantoin, Pivmecillinam) lang eingenommen.

„Kalkulierte“ Antibiotikatherapie

Bei einer unkomplizierten, akuten Zystitis – wenn keine zusätzlich erschwerenden Faktoren vorliegen – werden die Antibiotika empirisch beziehungsweise kalkuliert eingesetzt. Das bedeutet, dass man auf Wirkstoffe zurückgreift, die bekanntermaßen in der Regel gut gegen die klassischen Erreger einer gewöhnlichen Blasenentzündung helfen und dabei möglichst wenige Nebenwirkungen verursachen.

Man bestimmt die auslösenden Bakterien also nicht genauer, sondern geht davon aus, dass es typische Vertreter wie zum Beispiel Escherichia coli (E. coli) sind.

Wer bei sich also die typischen Symptome einer Blasenentzündung bemerkt, geht damit am besten möglichst zügig zu einem Arzt, damit dieser die richtige Therapie einleiten kann. Denn auch wenn eine gewöhnliche Blasenentzündung relativ harmlos ist, steigt das Risiko für Komplikationen, wenn einfach nur abgewartet wird. Beispielsweise kann man das Auftreten wiederkehrender (=rezidivierender) Blasenentzündungen deutlich reduzieren, wenn man rechtzeitig zu Antibiotika greift.

Wenn die Therapie anschlägt, sollten sich die Symptome bereits nach einem Tag spürbar bessern.

Vorbeugende Gabe von Antibiotika

Bei Frauen, die wiederholt an Blasenentzündungen leiden, gibt man Antibiotika in niedriger Dosierung unter Umständen sogar vorbeugend (prophylaktisch). Zuvor sollte aber ein mehrmonatiger Versuch mit Immunsystem-stimulierenden Medikamenten durchgeführt werden.

Bestimmung von Bakterienart und Antibiotika-Wirksamkeit

Manchmal kann eine Blasenentzündung aber auch schwerer oder chronisch verlaufen. Oder es liegen besondere Umstände wie beispielsweise eine Schwangerschaft oder bestimmte Begleiterkrankungen vor. In solchen Fällen macht es Sinn, über eine Urinprobe der Patienten die Bakterien in einer Kultur für eine nähere Untersuchung anzuzüchten.

Auf diese Weise kann man sie genau bestimmen und außerdem testen, auf welche Antibiotika sie besonders gut ansprechen. Diese werden dann gezielt bei der Blasenentzündung-Behandlung eingesetzt. Die Testung auf Resistenzen wird auch Antibiogramm genannt.

Wenn die Therapie mit Antibiotika keine Wirkung zeigt, kann das verschiedene Gründe haben. Manchmal liegt es an Anwendungsfehlern durch die Patienten, oder nicht erkannte Risikofaktoren verhindern den Erfolg. Natürlich müssen auch mögliche Resistenzen der Erreger gegen die verwendeten Antibiotika in Erwähnung gezogen werden.

Wenn all diese Faktoren bedacht wurden und sich weiterhin keine Besserung abzeichnet, dann wird auf ein anderes Antibiotikum gewechselt.

Blasenentzündung: Behandlung bei Schwangerschaft

Da eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft zu ernsten Komplikationen führen kann, ist es wichtig, möglichst früh mit der passenden Behandlung zu beginnen. Frauen, die typische Symptome einer Blasenentzündung bei sich bemerken, sollten daher sofort einen Arzt aufsuchen.

Auch die Blasenentzündung-Behandlung in der Schwangerschaft basiert auf Antibiotika. Allerdings greift man dabei auf Präparate zurück, die eine gute Verträglichkeit während dieser besonderen Lebensphase aufweisen. Das sind vor allem Wirkstoffe aus den Gruppen der Penicilline und Cephalosporine sowie Fosfomycintrometamol.

Eine antibiotische Therapie wird bei Schwangeren meist auch dann schon eingeleitet, wenn der Arzt im Urin der Frau erhöhte Bakterienzahlen feststellt (Bakteriurie) – selbst, wenn noch keine Symptome einer Blasenentzündung vorliegen.

Blasenentzündung: Hausmittel

Hausmittel gegen eine Blasenentzündung gibt es viele. Einige davon können den Heilungsprozess tatsächlich unterstützen. Blasen- und Nierentees beziehungsweise deren pflanzliche Wirkstoffe gehören zum Beispiel dazu. Sie wirken krampflösend, entzündungshemmend und harntreibend. Drei bis vier Tassen pro Tag sind aber genug.

Auch bestimmte Inhaltsstoffe (Anthocyanidine und Proanthocyanidine) von Cranberrysaft sollen hilfreich sein, um zu verhindern, dass sich Bakterien an der Schleimhaut des Harntraktes anheften und eine Blasenentzündung entstehen oder wiederkommen lassen. Eindeutig ist die Studienlage hier aber nicht.

Bei leichter, unkomplizierter Blasenentzündungen können ätherische und Senföle wie sie in Kapuzinerkresse, Hauhechel oder Meerrettichwurzel vorkommen als phytomedizinische Begleittherapie Linderung verschaffen. Sie wirken antibiotisch und sind in der Regel gut verträglich.

Generell sollte man bei einer Blasenentzündung viel trinken (mindestens 2 Liter pro Tag) – auch wenn das Wasserlassen wehtut. Denn mit dem Urin werden die Erreger ausgespült. Wärme, beispielsweise in Form einer Wärmflasche oder eines Fußbades, entspannt die Blasenmuskulatur, die bei einer Entzündung oft krampft und kann die Symptome lindern.

Achtung: Kaffee, Zitrussäfte, Alkohol und zuckerhaltige Getränke sollten bei einer Blasenentzündung tabu sein. Sie reizen die Harnwege beziehungsweise fördern im Fall von Limo und Co. das Bakterienwachstum.

Welche Hausmittel außerdem noch helfen und welche Sie besser meiden sollten, erfahren Sie hier: Blasenentzündung – Hausmittel.

Homöopathie – Blasenentzündung ohne Antibiotika behandeln?

Es gibt zahlreiche homöopathische Mittel für unterschiedliche Formen der Zystitis. Wer bisher gute Erfahrung mit Homöopathie gemacht hat, kann natürlich darauf zurückgreifen.

Allerdings ersetzen Globuli & Co. keine Antibiotika. Der Arztbesuch ist also in jedem Fall anzuraten, vor allem bei Risikopatienten wie Schwangeren und Diabetikern. Homöopathische Mittel können dann ergänzend zur schulmedizinischen Blasenentzündungs-Behandlung eingesetzt werden. Weitere Informationen finden Sie hier: Homöopathie bei Blasenentzündung

Was passiert bei einer Blasenentzündung?

Wenn es zu einer Blasenentzündung kommt, ist das Urothel – die Schleimhaut in der Harnblase – beeinträchtigt. Das kann einerseits zu Schmerzen führen, andererseits hat es oftmals Einfluss auf die Häufigkeit des Wasserlassens: Die angegriffene Blasenwand reagiert sensibler auf Dehnungsreize und gibt sozusagen schneller das Kommando zur Entleerung. Daraus resultiert der häufige Harndrang (Pollakisurie) bei einer Blasenentzündung.

Blut im Urin kann ebenfalls als Folge der gereizten Blasenschleimhaut auftreten, gehört aber zu den selteneren Krankheitszeichen. Mehr dazu finden Sie unter „Symptome“.

Da meistens nicht nur die Blase allein von einer Entzündung betroffen ist, sondern auch die Harnröhre, sprechen Ärzte oft allgemein von einem Harnwegsinfekt (HWI). In ungünstigen Fällen greift die Infektion sogar auf die Harnleiter und Nieren über. Besonders die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) kann dann eine ernsthafte Komplikation darstellen.

Sonderformen der Blasenentzündung

Neben der klassischen Blasenentzündung gibt es einige weitere, bedeutend seltenere Formen wie beispielsweise die hämorrhagische Zystitis, bei der es zu größeren Blutbeimengungen im Urin kommt. Die Auslöser sind häufig Viren.

Die interstitielle Zystitis verläuft chronisch und hat keine bakterielle oder virale Ursache. Bei der emphysematösen Zystitis kommt es zur Gasbildung in der Blase, betroffen sind oft Diabetiker.

Komplizierte oder unkomplizierte Blasenentzündung?

Je nachdem, wie die Begleitumstände einer Blasenentzündung sind, unterscheidet man in der Medizin zwischen einer „komplizierten“ und einer „unkomplizierten“ Variante. Nach dieser Einteilung ist eine Blasenentzündung unkompliziert, solange im Harntrakt keine funktionellen Einschränkungen beziehungsweise Fehlbildungen vorliegen sowie keine relevanten Nierenfunktionsstörungen oder sonstige beeinträchtigende Begleiterkrankungen.

Ist jedoch einer dieser Faktoren erfüllt, kann das die Entstehung einer Blasenentzündung begünstigen und Komplikationen verursachen, sie ist dann also „kompliziert“.

Mehr zu den Therapien lesen

Wer ist von einer Blasenentzündung betroffen?

Blasenentzündung bei Frauen

Frauen leiden weit häufiger unter einer Blasenentzündung als Männer. Das hat vor allem anatomische Gründe. Denn die weibliche Harnröhre ist nur etwa zweieinhalb bis vier Zentimeter lang, die männliche dagegen ungefähr zwanzig Zentimeter.

Bei Frauen müssen Entzündungserreger wie Bakterien also einen viel kürzeren Weg bis zur Blase zurücklegen. Außerdem liegt die Öffnung der Harnröhre bei Frauen näher an der Analregion, wo vermehrt bestimmte Bakterien vorkommen, die zu den häufigen Auslösern einer Zystitis gehören.

Hinweis: Nach den Wechseljahren, nimmt das Risiko einer Blasenentzündung noch einmal leicht zu, da durch den Abfall des Östrogenspiegels die Schleimhaut in der Harnröhre dünner wird. Auch das macht es Keimen leichter, zur Blase vorzudringen.

Blasenentzündung bei Männern

Eine Blasenentzündung bei Männern ist deutlich seltener, aber wenn es dazu kommt, oftmals hartnäckiger als bei Frauen. Außerdem werden Blasenentzündungen mit zunehmendem Alter auch bei den Herren häufiger, weil diese häufig unter einer vergrößerten Prostata leiden. Genaueres erfahren Sie unter „Ursachen und Risikofaktoren“.

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Blasenentzündung bei Kindern

Auch bei Kindern beiderlei Geschlechts kann es öfters zu einer Blasenentzündung kommen, alleine schon, weil das Immunsystem noch nicht so gut ausgebildet ist wie bei Erwachsenen. Bei kleinen Jungs sollte allerdings an mögliche Fehlbildungen im Urogenitaltrakt gedacht werden, wenn eine Zystitis besonders häufig auftritt.

Blasenentzündung: Ursachen und Risikofaktoren

Die mit Abstand häufigste Ursache einer Blasenentzündung sind Bakterien. In den meisten Fällen stammen die Erreger aus dem Darm, dringen über die Harnröhre ein und „klettern“ bis zur Blase hoch. Man spricht dann von einer aszendierenden, also aufsteigenden Infektion.

Eine Entzündung kann aber auch bei den Nieren beginnen. Die Keime steigen dann von dort über die Harnleiter zur Blase hinab (deszendierende Infektion). Dies kommt jedoch nur sehr selten vor.

In den mit Abstand meisten Fällen handelt es sich bei den auslösenden Bakterien um Vertreter der Spezies Escherichia coli (kurz: E. coli), die im Darm völlig normal sind. Gelangen sie jedoch in den Harntrakt, können sie dort Entzündungen hervorrufen.

Neben E. coli kommen noch weitere Bakterienarten (bspw. Proteus, Staphylokokken) und in selteneren Fällen auch Pilze (u. a. Candida albicans), Parasiten und Viren (z. B. Adenoviren, Polyoma) als Auslöser einer Blasenentzündung in Frage.

Achtung: Tritt eine Blasenentzündung nach einer tropischen Reise auf, kann auch Schistosomiasis (Bilharziose) der Auslöser sein. Der krankheitsverursachende Saugwurm befällt bevorzugt die Harnwege. Gehen Sie auf jeden Fall zum Arzt.

Ansonsten kann eine Zystitis auch als eine Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten wie zum Beispiel dem bei Tumorerkrankungen eingesetzten Cyclophosphamid. Ebenso kann eine Bestrahlung in der Beckengegend eine Blasenentzündung nach sich ziehen (Strahlenzystitis).

Wodurch wird eine Blasenentzündung begünstigt?

Bestimmte Risikofaktoren beziehungsweise Umstände erhöhen die Wahrscheinlichkeit einer Blasenentzündung. Dazu gehören:

  • Häufiger Geschlechtsverkehr (Flitterwochen-Zystitis). Durch die mechanische Reibung gelangen die Darmerreger aus der Analregion leichter in die Harnröhre.
  • Der Gebrauch einiger Verhütungsmethoden, zum Beispiel Diaphragma oder Spermizide.
  • Länger liegende Blasenkatheter.
  • Blasenfunktionsstörungen: Staut sich der Urin, finden Bakterien darin einen optimalen Nährboden, um sich zu vermehren. Die Folge können wiederkehrende Harnwegsinfektionen sein.
  • Diabetes mellitus, da Betroffene generell infektanfälliger sind und der erhöhte Zucker im Urin zudem als Nährstoff für Bakterien dient.
  • Ein geschwächtes Immunsystem, z. B. durch Unterkühlung oder auch psychische Einflüsse wie Stress.
  • Eine Störung des Harnabflusses. Diese entsteht etwa durch eine Verengung der Harnröhre oder wenn der Ventilmechanismus zwischen Harnleiter und Blase nicht richtig funktioniert und Urin von der Blase in den Harnleiter zurückfließt (Reflux). Auch eine vergrößerte Prostata kann bei Männern einen Harnstau bewirken.
  • Mechanische Eingriffe wie Blasenspiegelungen und –Spülungen.
  • Schwangerschaft und Wochenbett: Durch die veränderte Hormonlage während der Schwangerschaft und in den ersten Wochen nach der Geburt sind die Harnwege geweitet, Keime können leichter eindringen und aufsteigen.
  • Falsche „Wischtechnik“ nach dem Stuhlgang. Wenn von hinten nach vorne gewischt wird, werden Darmbakterien in Richtung Harnröhren-Eingang transportiert.

Hinweis: Der größte Risikofaktor ist aufgrund der genannten anatomischen Besonderheiten das weibliche Geschlecht. Am häufigsten treten Blasenentzündungen dementsprechend bei jungen, sexuell aktiven Frauen auf.

Mögliche Komplikationen einer Blasenentzündung

Eine einfache Zystitis heilt entweder spontan oder unter der richtigen Antibiotikatherapie bereits nach wenigen Tagen aus. In ungünstigen Fällen können aber Komplikationen entstehen.

Wiederkehrende Blasenentzündung (rezidivierende Zystitis): Bei Menschen, die besonders häufig unter Blasenentzündungen leiden, sprechen Ärzte auch von einer chronischen oder rezidivierenden Zystitis. Per Definition müssen dafür mindestens zwei Blasenentzündungen pro Halbjahr oder drei pro Jahr auftreten. Auch hierbei treten (wie bei einer einfachen Blasenentzündung) Symptome einer Blasenreizung wie Brennen beim Wasserlassen auf.

Im Unterschied zur normalen Zystitis sind bei der wiederkehrenden Form öfter auch untypische Erreger die Auslöser, weshalb eine Urinkultur zur Keimbestimmung sinnvoll ist (siehe „Diagnose“). Durch die rechtzeitige Behandlung von einfachen Blasenentzündungen mit Antibiotika kann man das Risiko für eine wiederkehrende Zystitis reduzieren.

Nierenbeckenentzündung: Die Nierenbeckenentzündung (Pyelonephritis) ist eine gefährlichere Komplikation der Zystitis. Sie entsteht, wenn die Erreger von der Blase über die Harnleiter weiter zu den Nierenbecken aufsteigen. Die Nierenbecken fungieren als eine Art Sammeltrichter und beschreiben die Stelle, an der die Harnleiter von den Nieren abgehen. Hier wird der von den Nieren abgefilterte Primärharn aufgefangen. Bei der Pyelonephritis ist außerdem auch ein Teil des Nierengewebes entzündet.

Neben einem allgemeinen, schweren Krankheitsgefühl treten bei der Pyelonephritis auch die für eine Infektion des oberen Urogenitaltraktes typischen Symptome auf. Blasenentzündung-spezifische Krankheitszeichen kommen oft noch dazu. Die Nierenfunktion ist dagegen nicht beeinträchtigt.

Blutvergiftung: Besonders gefürchtet im Rahmen einer Nierenbeckenentzündung ist die lebensbedrohliche Urosepsis, also eine Blutvergiftung durch die verursachenden Erreger. Dazu kommt es, wenn die Keime in größerer Zahl vom Nierengewebe in die Blutbahn gelangen. Das kann leicht passieren, weil die Nieren sehr gut durchblutet sind. Eine rechtzeitige Therapie mit Antibiotika ist daher besonders wichtig.

Nebenhodenentzündung: So wie die Erreger in manchen Fällen den Harnleiter zum Nierenbecken aufsteigen, können sie bei Männern über den Samenleiter zu den Nebenhoden gelangen, die direkt den Hoden aufsitzen. Die Folge ist dann eine Entzündung derselben (Epididymitis), was mit einer Schwellung und zum Teil starken Schmerzen einhergeht. Da in den Nebenhoden die Samenzellen reifen, kann es im äußersten Fall sogar zur Unfruchtbarkeit kommen.

Schrumpfblase: Darunter versteht man eine verkleinerte Harnblase mit starrer Blasenwand. Sie fasst weniger Volumen, Betroffene verspüren oft einen starken Harndrang, können aber kaum Urin abgeben. In vielen Fällen verursacht eine nicht ausgeheilte oder chronische Blasenentzündung eine Schrumpfblase, weil sie das Organ auf Dauer schädigt und das Gewebe vernarben lässt.

Schwangerschaftskomplikationen: Frauen leiden während der Schwangerschaft aufgrund bestimmter hormoneller Veränderungen häufiger unter Blasenentzündungen. Experten gehen davon aus, dass Frühgeburten, ein reduziertes Geburtsgewicht und eine bestimmte Form des Bluthochdrucks während der Schwangerschaft (Präeklampsie) die Folge einer solchen Blasenentzündung sein können.

Das bedeutet aber keinesfalls, dass jede Zystitis während der Schwangerschaft derartige Komplikationen auslösen muss. Im Gegenteil, nur in seltenen Fällen und bei besonders ungünstigen Verläufen kommt dies vor.

Schwangere mit Verdacht auf eine Blasenentzündung (Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen, häufiger Harndrang etc.) sollten aber in jedem Fall schnell einen Arzt aufsuchen. Nur so kann rechtzeitig mit einer geeigneten Antibiotikatherapie begonnen werden, was das Risiko von Komplikationen minimiert.

Hämorrhagische Zystitis: Hierbei handelt es sich genau genommen nicht um eine Komplikation, sondern eine Sonderform der Blasenentzündung. Sie hat im Gegensatz zur normalen Zystitis eher untypische Erreger als Auslöser, nämlich meistens Viren oder sogenannte Enterobacter. Es treten aber wie bei der normalen Blasenentzündung Symptome wie Schmerzen beim Wasserlassen auf.

Dazu gesellt sich als Besonderheit der hämorrhagischen Zystitis eine größere Menge Blut im Urin der Patienten. Blut im Urin sieht immer dramatisch aus, bedeutet aber in diesem Fall nicht, dass die hämorrhagische Zystitis besonders gefährlich wäre.

Ist eine Blasenentzündung ansteckend?

Auch wenn bei entsprechender Hygiene das Risiko gering ist, kann eine Blasenentzündung durchaus ansteckend sein. Da sie vorwiegend von E. coli-Bakterien ausgelöst wird, sind öffentliche Toiletten, wo sie sich gerne tummeln, ein potentieller Ansteckungsherd. Auch über die Einkaufswagen-Stange, Griffe in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Türklinken und Wasserhähne im Büro können Bakterien an die Hände und von dort irgendwann durch Berührung in den Intimbereich gelangen. Regelmäßiges Händewaschen kann eine solche Übertragung verhindern.

Eine direkte Infektion ist darüber hinaus möglich durch

  • E. coli-Bakterien im menschlichen Stuhl. Das Risiko, dass sie vom After in die Harnröhre gelangen ist aber geringer, wenn man sich nach dem Stuhlgang von vorn nach hinten abwischt.
  • Geschlechtsverkehr. Hier können Kondome verhindern, dass die Bakterien über den Penis in die Harnröhre gelangen.

Blasenentzündung: Untersuchungen und Diagnose

Zunächst erhebt der Arzt die Krankengeschichte des Patienten, wobei vor allem die Symptome und mögliche Risikofaktoren abgefragt werden müssen. Außerdem spielt es für anschließende Untersuchungen und die Behandlung eine wichtige Rolle, zu welcher Gruppe der Patient gehört.

Wichtig: Bei einer jungen, ansonsten gesunden Frau hat eine Blasenentzündung einen anderen Stellenwert als etwa bei einem jungen Mann, einer Schwangeren oder einem Zuckerkranken.

Oft zeigt sich anhand der Krankengeschichte auch, ob eine komplizierte oder unkomplizierte Zystitis vorliegt.

Wenn eine komplizierte Blasenentzündung ausgeschlossen werden kann, verzichtet man bei jungen Frauen auf eine weitere Untersuchung, sofern sie ansonsten gesund sind. Die meist typischen Symptome genügen hier bereits, um die Diagnose zu stellen. Es wird dann eine standardisierte Therapie eingeleitet. Besonderheiten sind keine zu erwarten.

Urindiagnostik

In anderen Fällen, etwa bei Schwangeren oder jungen Männern, schließen sich an die Erhebung der Krankengeschichte weitere Untersuchungen an. Besondere Bedeutung kommt bei Verdacht auf eine Blasenentzündung der Urindiagnostik zu. Der Urin der Patienten wird auf Bakterien und Blutbeimengungen untersucht, wobei verschiedene Methoden zum Einsatz kommen:

  • Der Urinteststreifen (Stix): Mit Hilfe dieses simplen Verfahrens können grob die Bakterienzahl im Urin bestimmt und etwaige Beimengung von Blut festgestellt werden.
  • Die mikroskopische Urinuntersuchung, die eine genauere Abschätzung der Bakterienzahl und Identifizierung von Zellen ermöglicht.
  • Die Urinkultur: Hierbei werden die im Urin vorhanden Erreger auf einem speziellen Nährboden angezüchtet, um sie dann genau identifizieren zu können.

Der Urinstreifen reicht als alleiniges diagnostisches Instrument nicht aus. Er kann aber weiterhelfen, wenn zunächst die Frage geklärt werden soll, ob überhaupt Bakterien im Urin in größerer Zahl vorhanden sind. Die alleinige Untersuchung mit Teststreifen, ohne vorhandene Symptome einer Blasenentzündung, ist aber nicht sinnvoll, da ohne Beschwerden selbst bei erhöhter Bakterienzahl (asymptomatische Bakteriurie) zunächst keine weiteren Schritte eingeleitet werden müssen.

ACHTUNG: Eine Ausnahme stellen Schwangere dar: Eine asymptomatische Bakteriurie führt bei etwa 30 Prozent der schwangeren Frauen zu einer Nierenentzündung (Pyelonephritis) und muss daher immer behandelt werden.

Wird der Patient um eine Urinprobe zur Untersuchung gebeten, sollte er unbedingt den sogenannten „Mittelstrahlurin“ verwenden. Das bedeutet, dass der Urin aus dem bereits laufenden Harnstrahl abgefangen werden soll, und die ersten beziehungsweise letzten Milliliter verworfen werden.

Der Grund ist, dass der Urin möglichst wenig mit den normal vorkommenden Bakterien auf der Schleimhaut verunreinigt werden sollte, die sonst das Ergebnis verfälschen können. Deshalb muss das Genitale vorher gründlich mit Wasser gereinigt werden. Frauen sollten außerdem die Schamlippen beim Wasserlassen spreizen.

Bei Verdacht auf eine Nierenentzündung oder sonstige Komplikationsfaktoren steht als weitere Untersuchung noch die Sonographie (Ultraschall) zur Verfügung, mit der eine Restharnbestimmung durchgeführt werden kann. Diese lässt ebenso Rückschlüsse auf eine Blasenentleerungsstörung zu wie eine Harnflussmessung (Uroflowmetrie) oder ein Miktionszystogramm.

Bei Letzterem wird ein Kontrastmittel durch die Harnröhre in die Blase gespritzt und die Entleerung per Röntgenbild dokumentiert. Auch eine Blasenspiegelung kann unter Umständen sinnvoll sein.