Anatomie prostata frau

G-Punkt und weibliche Ejakulation

Der „G-Punkt“ und die weibliche Ejakulation werden schon lange recht widersprüchlich diskutiert, ihre Existenz wird teilweise noch heute in Frage gestellt. Umfangreiche wissenschaftliche Studien sind rar, zurzeit liegen vor allem Grundlagenstudien und Erfahrungsberichte vor. Dieser Text basiert auf den Untersuchungen verschiedener Sexualwissenschafterinnen, Sexualmedizinerinnen und Gynäkologinnen, wobei einige Annahmen nicht allgemein anerkannt sind.

Das Wichtigste in einer Minute

  • Ob der G-Punkt existiert und wo er sich befindet, ist noch immer umstritten. Die derzeit gängige Meinung ist, dass der „G-Punkt“ im Bereich zwischen der Scheidenvorderwand und der Harnröhre liegt und den sogenannten Skene-Drüsen entspricht.
  • Die Skene-Drüsen oder paraurethralen Drüsen scheinen der männlichen Prostata zu entsprechen. Ihre Stimulation kann sexuell erregend sein.
  • Der G-Punkt ist laut Ansicht vieler Sexualmediziner nicht immer gleich groß. Seine Größe soll von der ursprünglichen Größe der Skene-Drüsen, dem Zeitpunkt des letzten sexuellen Kontaktes und der Konzentration männlicher Sexualhormone im Blut der Frau abhängig sein.
  • Viele Frauen geben an, keinen G-Punkt zu spüren. Die Ausprägung der Sensibilität des G-Punkts dürfte von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein.
  • Durch Stimulation der Zone entlang der Harnröhre bildet sich bei einigen, vielleicht sogar bei allen Frauen eine Flüssigkeit, die als „weibliches Ejakulat“ bezeichnet wird. Dieses wird von den Skene-Drüsen gebildet und während der Erregung bzw. des Orgasmus über Öffnungen in der Harnröhre und der Vulva ausgeschüttet.

Auf der Suche nach „dem Lustzentrum“ der Frau wird eine Region in der vorderen Scheidenwand beziehungsweise im Bereich der Klitoris beschrieben, die für besonders intensive Orgasmen verantwortlich sein soll. Im Bereich rund um die Harnröhre befinden sich auch die sogenannten Skene-Drüsen, die über die Scheide stimuliert werden können.

Eine sensible Zone in der Vorderwand der Scheide wurde bereits im 17. Jahrhundert vom niederländischen Anatom Reinier de Graaf beschrieben. Zudem erwähnte De Graaf auch schon die „weibliche Ejakulation“. Später wurde diese Region zu Ehren des Gynäkologen Ernst Gräfenberg, der diese Zone genauer untersuchte, als „G-Punkt“ bezeichnet.

Wo liegt der G-Punkt?

Die meisten Sexualwissenschafterinnen und -schafter sind der Ansicht, dass der G-Punkt zwischen der Scheidenvorderwand und der Harnröhre liegt. In diesem Bereich befinden sich auch Drüsen, die paraurethrale Drüsen heißen, weil sie um (para) die Harnröhre (Urethra) herum liegen. Da sie vom Gynäkologen Alexander Skene genau untersucht wurden, nennt man sie auch Skene-Drüsen. Weil sie der männlichen Prostata stark ähneln, werden sie auch als Prostata der Frau bezeichnet.

Abb.: Lage des weiblichen „G-Punkts“ (© Medical Art Inc – istockphoto.com)

Die Stimulation dieser Drüsen scheint, wie bei der Prostatastimulation des Mannes, sexuell erregend zu sein. Wenn sich die Skene-Drüsen im Bereich des Harnröhrenausgangs befinden, was bei etwa 70% der Frauen der Fall ist, scheint der G-Punkt anscheinend ebenfalls im äußeren Bereich der Scheide zu liegen. Bei anderen Frauen liegen diese Drüsen im hinteren Anteil der Harnröhre, nahe der Harnblase, in der Mitte der Harnröhre oder entlang der gesamten Harnröhre. In diesen Fällen scheint der G-Punkt in anderen Bereichen der Scheide zu finden zu sein.

Es gibt aber auch Frauen, bei denen diese Drüsen nicht stark ausgebildet und daher sehr klein sind. Durch Operationen können die Skene-Drüsen und deren Ausführungsgänge zudem verletzt und nachhaltig geschädigt werden.

Der G-Punkt ist laut Ansicht vieler Sexualwissenschafter nicht immer gleich groß. Seine Größe scheint von der ursprünglichen Größe der Skene-Drüsen, dem Zeitpunkt des letzten sexuellen Kontaktes und der Konzentration männlicher Sexualhormone im Blut der Frau abhängig zu sein. Dieses G-Punkt-Modell ist derzeit das anerkannteste. Andere Sexualforscher wiederum vermuten andere mögliche sensible Bereiche, die den G-Punkt oder eine G-Zone darstellen könnten.

Eine Meinung ist, dass die durch eine Stimulation hervorgerufenen Gefühle im Bereich der vorderen Scheidenwand durch die Bewegung und das Zusammenpressen der Klitoriswurzel während des Geschlechtsverkehrs oder durch andere Stimulationsarten entstehen. Andere vermuten, dass sich eine G-Zone im Bereich der gesamten vorderen Scheidenwand befindet. Die weibliche Harnröhre ist von Blutgefäßen umgeben, die diese Region bei Erregung – ähnlich dem männlichen Penis – anschwellen lassen können. Die dahinter liegende Harnröhre ist von einem dichten Netz von Nervenfasern umgeben, was die Sensibilität dieser Zone erklären könnte.

Was passiert während der sexuellen Stimulation?

Ist die Scheide noch trocken, ist die Stimulation dieser Region eher unangenehm, und es entsteht ein Gefühl, das dem des Harndrangs ähneln kann. Erst mit steigender Lust wird die Reizung dieses Bereichs als erregend empfunden – die Region um die Harnröhre schwillt an, und in den Skene-Drüsen bildet sich Flüssigkeit.

Bei sexueller Erregung kann man eine Zone, die durch sich sammelndes Blut in den kleinen Gefäßen und die gefüllten Skene-Drüsen anschwillt, sogar ertasten. Sie fühlt sich wellenförmig an, und man kann eine hervortretende knotenförmige Erhebung spüren. Hier liegen die Skene-Drüsen. Die Erhebung entspricht höchstwahrscheinlich dem G-Punkt. Ihre Größe variiert von Frau zu Frau und muss nicht maßgeblich für die Sensibilität sein.

Bei fortgeführter Stimulation kann es zum Orgasmus und zur Ausschüttung von Flüssigkeit kommen.

Ass. Prof. OA Dr. Daniela Dörfler, Klinische Abteilung für Allgemeine Gynäkologie und gynäkologische Onkologie der Medizinischen Universität Wien

Mag. (FH) Silvia Hecher, MSc

Stand der Information: März 2012

Beier KM, Bosinski HAG, Loewit K: Sexualmedizin – Grundlagen und Praxis. 2. Auflage, 2005, Urban & Fischer

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Weibliche Prostata, G-Punkt

Auch Frauen verfügen über eine Prostata-Drüsengewebe

In der Anatomie der Frau wird das Gewebe als Paraurethraldrüse (lat.: Glandula paraurethralis) oder Skene-Drüse (nach Alexander Skene 1838–1900) oder Prostata feminina (lat. für weibliche Prostata) bezeichnet.

Die weibliche Prostata (die Skene-Drüsen) ist ein Schwellgewebe eingebettet in das dichte Venen-Geflecht um die Harnröhre. Das Prostatagewebe verfügt über zahlreiche Drüsen und Gänge, die rund um die Harnröhre und neben der Harnröhrenöffnung in die Schleimhaut münden. Länge und Form variieren, es existieren viele Drüsen, was zu massivem Freudenfluss führen kann. In den Drüsen wird Ejakulat produziert, das durch die Harnröhre und die Harnröhrennebenkanäle austritt.

Anders als beim Mann spielt die weibliche Prostata in Sachen Fortpflanzung keine Rolle.

Die Paraurethraldrüsen liegen im Schwellkörper des Scheidenvorhofs (Vestibulum vaginae) in der Nähe des Scheideneingangs (Introitus vaginae). Eine Drüse ist kein erogenes Gewebe, da sie keine sensiblen Nerven besitzt wie ein Schwellkörper oder die Schleimhautoberfläche.”

Durch den vorderen Innenbereich der Vulva lässt sich das leicht geriffelte Gewebe in der Schleimhaut besonders gut erspüren. Wenn es stimuliert wird und anschwillt, löst es zuweilen das Gefühl aus, die Blase entleeren zu wollen. Dieser Bereich wird auch G-Fläche genannt.

Die paraurethralen Drüsen, auch Skene-Drüsen oder weibliche Prostata genannt liegen eingebettet in das dichte Venengeflecht um die Harnleiter der Frau. Ihre zahlreichen Ausgänge münden in die Harnröhre.

Das paraurethrale Schwell- und Drüsengewebe ist von der Scheide aus zu tasten, wenn die Frau mit dem Finger in Richtung Schambein drückt.

Embryologie der weiblechen Prostata

Embryologisch beginnt die Entwicklung der Prostata bei Mann und Frau völlig gleich. Allerdings fehlen der Frau in weiterer Folge die notwendigen Androgene zur Bildung eines Drüsenkörpers. Die weibliche Prostata ist daher nur rudimentär (rudimentär = nur ansatzweise) vorhanden. Ganz funktionslos ist sie aber nicht. Man vermutet, dass das produzierte Sekret eine Bedeutung in der Infektionsabwehr besitzt.

Das bedeutet, dass beide Geschlechter über das gleiche Drüsengewebe verfügen.

Bei den Männern entwickelt es sich zu einer funktionsfähigen Prostata, die bei dem Samenerguss ein Sekret abgibt, um die Überlebenschancen der Spermien in der Scheide zu erhöhen.

Da Frauen eine solche Drüse nicht benötigen, verkümmert bei ihnen die Prostata. Das ursprüngliche Gewebe um den Harnleiter herum bleibt jedoch erhalten.

Die Entwicklung der Prostata beginnt im dritten Monat mit der Ausstülpung von Knospen des Epithels der Urethra (späterer Drüsenapparat) ins umliegende Mesenchym (Stroma und Kapsel). Beim männlichen Embryo steht die Bildung der Vorsteherdrüse unter dem Einfluss von Dihydrotestosteron (DHT). Ohne ausreichende Androgenspiegel fehlt die Ausreifung beim weiblichen Embryo und der Drüsenkörper bleibt nur ansatzweise vorhanden.

Diese Drüsen werden auch in der embryologischen Literatur als para-urethrale Drüsen (Skene) bezeichnet. Praktisch jedes Organ bei Mann und Frau hat ein embryologisches Korrelat:

Tuberculum genitale, entspricht:

  • Mann: Penis
  • Frau: Clitoris

Sinus urogenitis, entspricht:

  • Mann: Harnblase und Harnrohre, Prostata, Utriculus prostaticus, Glandulae bulbourethrales (Cowper)
  • Frau: Harnblase und Harnrohre, Paraurethrale Drüsen, Vagina/Uterus, Glanduelae vestibulares maiores (Bartholini).

Das Sekret der Bartholinschen Drüse dient der Befeuchtung des Scheidenvorhofes.

Die anatomisch unterschiedlichen Formen sind wohl Ausdruck individuell differenter Entwicklungsstufen mit hormonell bedingtem Reifungsstopp beim weiblichen Embryo.

Bei der Frau ist die Existenz eines Korrelats dieser Drüse gänzlich unbekannt. Berichte über die weibliche Ejakulation, oder sogar sporadische Prostatakarzinome der Frau, werden meist in den Bereich des unwissenschaftlichen abgedrängt. Dabei ist

Das Wissen um die Prostata der Frau ist mehr als 2000 Jahre alt. Bereits 300 v. Chr. beschrieb Herophilos von Chalkedon die Prostata bei Mann und Frau. Der in Alexandria tätige Arzt und Anatom war der Pionier der anatomischen Studien an Leichen. Sehr detailliert hat er in seinen Sektionen die Organe des Körpers beschrieben, und immer nach Parallelen bei Mann und Frau gesucht, und so auch das Korrelat der Prostata als paraurehtrales Drüsengewebe der Frau gefunden.

Die klinische Erstbeschreibung der weiblichen Prostata erfolgte 1672 n. Chr. durch den niederländischen Gynäkologen Reinjier De Graaf (1641-1673).

Die anatomische Beschreibung der para-urethralen Drüsen der Frau von Alexander J.C. Skene (1838-1900) – schottisch-stämmiger und in den Vereinigten Staaten tätiger Gynäkologe und Augenarzt gehören zu den bis ins 19. Jahrhundert detailiertesten.

Da ihm und seinen Nachfolgern waren die Parallelen zur Prostata des Mannes nicht bewusst, so wurden sie als Skene Drüsen bezeichnet, als eigenständiges Organ. Diese Nomenklatur hat sich bis heute fest gehalten, und erschwert die Etablierung der wahren embryologischen und anatomischen Zusammenhänge.

50 Prozent der Frauen verfügen über Prostata-Drüsengewebe

Forscher der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien kommen in einer aktuellen Studie zu dem Schluss, dass rund 50 Prozent der Frauen hätten im Rahmen ihrer Untersuchungen entsprechendes Gewebe aufgewiesen, berichten Wolf Dietrich von der Universitätsklinik und Kollegen.

Während beim Mann die Funktion der Prostata weitgehend erforscht ist, bleibt die Funktion des Prostata ähnlichen Gewebes im weiblichen Körper bisher ungeklärt, schreiben die Wiener Forscher in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift „Journal of Sexual Medicine“. Fest stehe allerdings, dass bei Frauen – wenn auch sehr selten – aus dem entsprechenden Gewebe Karzinome entstehen können, die von den Wissenschaftlern als „weibliche Prostatakarzinome“ bezeichnet wurden.

Die Wiener Forscher haben im Rahmen ihrer Studie die Harnleiter sowie das umgebenden Gewebe von 25 Patientinnen untersucht und dabei in 14 Gewebeproben die typischen Gewebecharakteristika der männlichen Vorsteherdrüse (Prostata) nachgewiesen. Bei Laboruntersuchungen wurden Prostata-spezifische Antigene (PSA), Prostata-spezifische alkalische Phosphatase (ein Enzym) und Androgen-Rezeptoren in dem Gewebe der Patientinnen nachgewiese.

Bösartige Tumoren die sich aus diesem Gewebe herausbilden sind daher als „weibliche Prostatakarzinome“ zu bezeichnen.

Die weibliche Ejakulation

Der amerikanische Neurogenetiker Moalem präsentiert medizinische Fakten: Die weibliche Ejakulation existiert – als Motor der Lust hat er die weibliche Prostata ausgemacht.

Die Ejakulation der Frau wurde Schon in alten indischen Liebeslehren beschrieben (Ananga Ranga, 1172). Diese Emission des so genannten „Liebessaftes“ wurde damals mit hohem Lustempfinden in Verbindung gebracht. In zahlreichen indischen Tempelanlagen zeugen Statuen weiblicher, ejakulierender Figuren von diesem Umstand. Auch De Graaf und Gräfenberg untersuchten die weibliche Ejakulation in Zusammenhang mit ihren Forschungen zur weiblichen Prostata.

Es ist bekannt, dass es Frauen gibt, die eine Emission von Flüssigkeit während des Orgasmus haben.

In Studien konnte mittlerweile gezeigt werden, dass die ejakulierte Flüssigkeit in ihrer Zusammensetzung dem Ejakulat des Mannes sehr ähnlich ist.

Nicht jede weibliche Prostata ist zur Ejakulation fähig, da die paraurethralen Drüsen unterschiedlich ausgebildet sind. Es kann auch sein, dass bei einigen Frauen das Ejakulat eventuell zurück in die Blase gelangt und die Frau davon einfach gar nichts bemerkt.

Die unterschiedliche Fähigkeit zu einer Ejakulation hat zwei grundsätzliche Ursachen:

  1. unterschiedliche anatomische Entwicklung des Drüsenkörpers durch unterschiedliche Androgenspiegel im weiblichen Embryonal Stadium
  2. bei vielen Frauen wird die Ejakulation unterdrückt, durch Schamgefühl, unterdrückte Lustempfinden, eine hohe Dunkelziffer ejakulierender Frauen (keine wirkliche Pathologie bzw. sogar gesteigertes).

Der G-Punkt, die weibliche Prostata

liegt hinter der Klitoris und außerhalb der Harnröhre, und damit in direkter Nachbarschaft zur Vagina. Die Stelle sei lediglich die Stelle, an dem sich die weibliche Prostata optimal stimulieren lässt.

Laut dem Slowakischen Pathologen Milan Zaviacic verfügt die weibliche Prostata im Vergleich zum männlichen Pendant über eine außergewöhnliche Eigenschaft: das Organ unterscheidet sich von Mensch zu Mensch in Größe und Ausdehnung und dadurch der Lust Faktor wird unterschiedlich ausgeprägt.

Die Frauen, die ausreichend Prostatamaterial im Körperinneren verfügen, dürfen sich Glücklich fühlen. Wenn sie auf dem Rücken liegen, ist die Prostata direkt über den Vaginaltrakt positioniert, was bei Stimulation den optimalen Zugang zum G-Punkt ermöglicht.

Der österreichische Urologe Florian Wimpissinger publizierte im Journal of Sexual Medicine (vol. 4, p 1388) den Fall gleich zweier massive ejakulierten Patientinnen. Die Analyse des im Laborversuch durch Masturbation gewonnen Ejakulats wies in der Flüssigkeit einen hohen PSA-Gehalt auf.

Prostatakrebs bei Frauen

Auch bei Frauen kommt zu Karzinomen in dem Prostata ähnlichem Drüsengewebe, die sind aber extrem selten.

Bedeutend sein kann, dass lediglich die Hälfte der Frauen über entsprechendes Gewebe verfügen.

Sporadische Fälle von Prostatakarzinomen der Frau wurden bisher als Karzinom der Skene Drüsen bezeichnet. Histologisch entsprechen diese Karzinome dem Prostatakarzinom des Mannes.

Allerdings sind Plattenepithel- und Urothelkarzinome in diesem Bereich häufiger.

Das Vorkommen einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) der Frau ist sehr unwahrscheinlich.

Anfang des 20. Jahrhunderts wurden Resektionen des Blasenhalses der Frau beschrieben: es konnte nie BPH Gewebe gefunden werden. Wahrscheinlicher scheint der Zusammenhang chronic pelvic pain syndrome (CCPS) und Prostatitis.

Erfahren Sie mehr über die weibliche Prostata der Frauen

Erfahren Sie mehr über die Prostata bei Frauen

Last updated by jacekw at 22. Dezember 2017 .

Anatomie und Physiologie der Harnblase (1/5)

Zusammenfassende Literatur Harnblase: (Benninghoff, 1993).

Makroskopische Anatomie der Harnblase


Gliederung der Harnblase

Die Harnblase wird in Corpus vesicae mit Hinterwand und Seitenwand, Apex vesicae (Blasenscheitel) mit Vorderwand, Trigonum vesicae mit Ostium ureteris (Harnleitermündung) und Collum vesicae (Blasenhals) gegliedert.

Topographie der Harnblase

Nachbarorgane der Harnblase

Die Harnblase liegt präperitoneal hinter der Symphyse. Ventral der Harnblase liegt das Spatium retropubicum (Spatium retzii) als Verschiebeschicht für entsprechende Füllungszustände. Nach abdominal besteht Nachbarschaft zu Dünndarm und Sigma. Lateral liegen die Vasa iliacae. Der Harnblasenhals geht beim Mann breitflächig in die Prostata über [Abb. männliches Becken]. Bei der Frau liegen das Trigonum vesicae und der Blasenhals der Vagina an, dorsal der Harnblase liegt der Uterus [Abb. weibliches Becken].

Männliches Becken, medianer sagittaler Schnitt. Abb. modifiziert nach Gray’s Anatomy, Lea and Febinger 1918, Philadelphia, USA.

Peritonealverhältnisse

Das Peritoneum zieht über die Hinterfläche der Harnblase und bildet beim Mann mit dem Rektum die Excavatio rectovesicalis, bei der Frau mit dem Uterus die Excavatio vesico-uterina. Die Harnblase und benachbarte Leitungsstrukturen bestimmen das dorsale Relief der unteren Bauchwand: Plica umbilicalis mediana (Urachus), Plica umbilicalis medialis (obliterierte A. umbilicalis) und Plica umbilicalis lateralis (Vasa epigastrica inf.) [Abb. Innenrelief der Bauchwand].

Innere Anatomie der Harnblase

Das Innere der Harnblase wird klinisch in das Trigonum vesicae, die Seitenwände, Hinterwand und Vorderwand eingeteilt [Abb. Innere Anatomie der Harnblase].

Trigonum vesicae der Harnblase

das Trigonum vesicae wird von den Uretermündungen (Ostium ureteris rechts und links) und die innere Harnröhrenöffnung (Ostium urethrae int.) begrenzt. Zwischen den Ostien der Ureteren befindet sich die Ureterenleiste (Plica interureterica). Die häufig vorkommende Plattenepithelmetaplasie des Trigonums zeigt sich in der Zystoskopie als stumpfe Schleimhaut mit einem Belag und ist meist scharf auf das Trigonum der Harnblase begrenzt [siehe auch Histologie der Harnblase]. Die Wand des Trigonum vesicae wird in drei Schichten gegliedert:

Ureter und das oberflächliche Trigonum vesicae:

der Ureter tritt schräg durch die Harnblasenwand. Die inneren glatten Muskelfasern des Ureters formen mit der inneren glatten Muskulatur des kontralateralen Ureters das oberflächliche Trigonum vesicae, welches bis in die Pars prostatica der Urethra bis zum Colliculus seminalis beim Mann und bis zur äußeren Harnröhrenöffnung der Frau zieht. So ist das oberflächliche Trigonum vesicae eine Struktur, die oberhalb der Ostien der Harnleiter tubulär, unterhalb der Ostien bis in die Harnröhre flach ist. Das oberflächliche Trigonum wird durch den Sympathikus innerviert.

Waldeyers Sheath und das tiefe Trigonum vesicae:

2–3 cm oberhalb der Harnblase lagert sich um den Ureter eine äußere Schicht glatter Muskulatur an. Diese stammt aus dem Mesoderm (Wolff-Gang) und wird durch den Symphaticus innerviert. Nach dem Durchtritt durch die Harnblasenwand bilden diese Schicht analog zu oben das tiefe Trigonum vesicae. Dieses reicht von beiden Ostien bis zum Harnblasenhals.

M. detrusor vesicae:

die innere longitudinale Schicht zieht submukös in die Urethra bei der Frau bis zum Ostium externum und beim Mann bis zum kaudalen Ende der Prostata. Die mittlere zirkulär angeordnete und äußere longitudinal angeordnete Schicht ziehen bis zum Harnblasenhals. Bei der Frau wird die Harnröhre umschlossen und der äußere Schließmuskel bei der Frau verstärkt. Der M. detrusor vesicae ist parasympathisch innerviert (S2–4).

Ventilfunktion des ureterovesikalen Übergangs:

die Kontraktion des Trigonum vesicae führt zu einer Verlagerung der Ostien nach kaudal zum Harnblasenhals und damit zu einer starken Erhöhung des uretero-vesikalen Widerstands. Die Ausschaltung der glatten Muskulatur des Trigonum vesicae (Durchtrennung, lumbale Sympathektomie) führt zur Refluxentstehung. Der Tonus des Trigonum vesicae senkt gleichzeitig den Widerstand am Harnblasenhals und erleichtert somit die Miktion.

Der vesikale Druck komprimiert zusätzlich die Ureteren aufgrund des schrägen Durchtritts durch die Harnblasenwand und sorgt für eine Ventilfunktion.

Schließmuskel der Harnblase (Sphinkter vesicae)

Der Verschlussapparat (Schließmuskel) der Harnblase besteht aus glatten wie gestreiften Muskelfasern.

Glattmuskulärer Harnblasensphinkter (Lissosphinkter):

die glatten Muskelfasern nehmen ihren Verlauf vom Trigonum vesicae und ziehen longitudinal wie auch zirkulär um den Harnblasenhals [s. o.].

Skelettmuskulärer Sphinkter (Rhabdosphinkter):

der quergestreifte Sphinkter hat einen hufeisenförmigen Verlauf. Bei der Frau umgibt er die mittlere und proximale Harnröhre. Beim Mann ziehen die Muskelfasern von der Prostata über die gesamte Länge der membranösen Harnröhre. In beiden Fällen hat der quergestreifte Sphinkter engen Kontakt zum Beckenboden, ist davon jedoch deutlich abzugrenzen.

Anatomie der weiblichen Harnröhre (Urethra feminina)

Die kurze weibliche Harnröhre, Urethra feminina, ist 2,5 bis 4 cm lang und mündet mit dem Ostium urethrae externum 2–3 cm dorsal der Klitoris am vorderen Rand der Vaginaöffnung. Der Harnblasensphinkter (s. o.) befindet sich im proximalen Anteil der Harnröhre. Das Lumen der weiblichen Harnröhre ist proximal mit Urothel ausgekleidet, im mittleren Bereich findet sich mehrreihiges Zylinderepithel und distal mehrschichtiges unverhorntes Plattenepithel. Die Lamina propria ist reich an Gefäßen (Corpus spongiosum urethrae). Besonders in der distalen Harnröhre finden sich zahlreiche Drüsen in der Lamina propria (Gll. urethrales). Die Tunica muscularis besteht aus glatter und quergestreifter Muskulatur, welche den Sphinkterapparat der Harnblase aufbauen (s. o.).